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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 142 (sequence 76)
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142 des Judeseins, dann erhält man (S. 46) die Antwort: ״Kameradschafts.־ und Gemeinschaftssinn, GanzheitsOrdnung und Einzeldisziplin sind auch jüdische Möglichkeiten“. Ja, das sind auch Tugenden, die man — Gott sei’s geklagt - lange nicht genügend beachtet hat. Aber diese Tugenden liegen in der Feld!־, Wald- und Wiesensphäre jeder wahren Jugendbewegung, und die Quelle für diese Darlegungen sind eben auch nicht Tenach und Schass, sondern Hans Blüher und die gesamte Wandervogelliteratur. Daß Schoeps dabei bis zu der neuesten Literatur vorgedrungen ist, beweisen seine Forderungen für die jüdische Jugend: Organisierte sportliche Ausbildung, wehrhafte Ertüchtigung und jüdischen Arbeitsdienst. Umso seltsamer muten uns demgegenüber die Darlegungen an, die das Verhältnis des Juden zu seiner Geschichte betreffen. Schoeps spricht von einem ״direkten Geschichtsauftrage Gottes an das jüdische Volk“. ״Dieser Bund umschließt also auch uns noch heute. Er ist nicht auf-״ hebbar und ist nicht kündbar, von keiner Seite her. Es kommt auch gar nicht darauf an, ob einer das glaubt oder nicht, für sich anerkennt oder nicht.“ Wir glauben, solches schon einmal fast wortwörtlich gelesen zu haben: bei Isaac Breuer in seinem Aufsatz über Lehre, Gesetz und Nation. Aber die dort gezogenen Konsequenzen folgert Schoeps nicht. Er glaubt, mit dem ״Einsprung in die Welt“ sei der direkte Ge- Schichtsauftrag erloschen, der Auftrag ״suspendiert“. Statt dessen ging die ״Deutschheit ein in die Substanz . . .“ Damit läßt sich schlechterdings wenig anfangen, und so mündet das Buch aus in die Aufweisung einer Synthese, die inhaltlich wie formal wenig befriedigen׳ kann. 1 Aber trotzdem bleibt das Buch eine interessante Erscheinung unter den Erzeugnissen der Jetztzeit. Und wohl noch nie ist mit derartiger Schärfe Stellung genommen, worden gegen die Verfälschung der jüdisehen Geschichte, deren sich der Zionismus schuldig gemacht hat. In keiner jüdischen Zeitung fand sich solch restlose Ablehnung der Joachim Prinz’schen Elaborate, jenes ״Lügenpredigers, Heidenpriesters . . ., bei dem es soweit gekommen ist, daß Christen stutzig werden, während die Judenheit in ihrer Verblendung nach der Pfeife des palästinensischen Rattenfängers tanzt.“ Schade, daß die Legitimation zu solcher Sprache an anderem Orte gesucht werden muß als im Kreise der deutsch-jüdischen Jugend. A. Aus den Vorarbeiten zum Chaurew. Einem Manuskriptbande aus der Frühzeit Rabbiner Hirschs entnehmen wir die Vorarbeiten zum Chaurew. Wir geben aus diesen Vorarbeiten unserem Leserkreise auszugsweise Proben aus dem Kapitel Bris Miloh. Die kurzen, flüchtigen Notizen zeigen, was übrigens dem

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