Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 72)
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135 sehen dem Kampf um die Selbständigkeit der jüdischen Gemeinde, den Rabb. Hirsch sieg־ reich führte,zur Agudas Jisroel eine grade Linie bilden. Es sind dies Gedankengänge, die seinerzeit bei der Gründung der Agudas Jisroel keineswegs Selbstverständlichkeit waren. Wir freuen uns dieser Entwicklung, weil wir wissen, daß in Polen, wo die Schwerkraft der Agudas Jisroel liegt, man dafür Sorge tragen wird, daß in Agudas Jisroel die Selbständigkeit der Orthodoxie sich weiter fortsetzen wird. Ein weiterer Artikel bringt die hebräische Uebersetzung aus der jüngst erschienenen Schrift Jakob Rosenheims über ״Das Bildungsproblem“. Die jüd. Tageszeitung ״Togblatt“ in Warschau, ״Der jüdische Arbeiter“, das Organ der Poale Agudas Jisroel in Polen, veröffentlicht ebenfalls ausführ־ liehe Würdigungen des Lebens־ Werkes von Rabbiner Hirsch in Bezug auf die agudistischen Ge־ genwartsaufgaben. Die ״Orthodoxen Jugendblätter“, das Organ der agudistischen pol־ nischen Jugendorganisation, ver־ off entlieht einen Artikel aus der Feder Rabbiner Dr. Josef Breuers über Rabbiner Hirsch als Jugendführer. Auch in Erez Jisroel wurde dieses Jahr zum ersten Male in Tel-Aviv im Rahmen der Poale Agudath Israel durch einen Vortrag von Rab־ biner Wolk am 27. Tebeth Rabbiner Hirsch in seiner Bedeutung für die Aufgaben der Orthodoxie in Erez Jisroel gewürdigt. In den neuesten Mitteilungen, die die Stadtverwaltung Tel-Aviv periodisch herausgibt, schreibt Herr Diezengoff, erster Bürgermeister in Tel-Aviv, unter dem Titel ״Die öffentliche Mißachtung der religiösen Güter“ u. a. folgendes: ״Ich bin wohl nicht der Gesandte Gottes, noch will ich rechten für die der Religion angetane Schmach. Aber ich will das Verhältnis zum Sabbath, dem kostbarsten und teuersten nationalen Gut, für dessen Heiligung sich Tausende und aber Tausende unserer Väter opferten, neu konstatieren. Die freien Geister lassen die nationale und soziale Seite des Sabbaths seiner religiösen Seite wegen unbeachtet. Meiner Ansicht nach aber ist jeder, der den Sabbath — ohne Grund von Pikuach-Nefesch — öffentlich in der jüdischen Stadt entweiht, ein Verräter an seinem Volke. Ein Teil unserer Jugend liebt es, in seinen freien Stunden des Sabbaths Motorrad zu fahren, und passiert just zentral gelegene Straßen und Synagogen zur Zeit des Gebetes, ohne zu bedenken, welch eine Entartung und moralische Anarchie darin liegt.“