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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 136

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 136 (sequence 70)
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!36 eigenen und darum auch eigengesetzlichen Molochdienstes bildet der von Schiller in seiner Ballade ״Der Ring des Polykrates“ dargestellte dualistisch-polytheistische Glaube1 der alten heidnischen Völker an eine noch außer Gott herrschende Schicksalsmacht: ״Noch keinen sah ich fröhlich enden, Auf den mit immer vollen Händen Die Götter ihre Gaben streun. Und wenn’s die Götter nicht gewähren. So acht auf eines Freundes Lehren, Und rufe selbst das Unglück her!“ Wie Polykrates, in ängstlicher Befolgung dieser grundfalschen Auslegung einer an sich richtigen Lebensbeobachtung, den Rache- Göttinnen zur Versöhnung sich seines kostbarste! Kleinods begibt: ״Von allem, was die Insel heget, Ist dieser Ring mein höchstes Gut. Ihn will ich den Erinnyen weihen, Ob sie mein Glück mir dann verzeihen?“ so gibt der an den neidischen Moloch Glaubende einen Teil seiner von Gott ihm anvertrauten Nachkommen dem Moloch preis. Durch eine solche Beschwichtigung will er sich das angeblich neben oder gar über Gott waltende Geschick geneigt machen, um sich die übrigen Kinder in ungetrübtem Wohle zu erhalten. Das Wesentliche des Molochdienstes besteht nicht in eiuern zwar möglichen, doch durchaus nicht notwendigen Feuertode des Kindes, sondern in dessen bloßer Hindurchführung durch das Feuer, mit der es dem Unheil sinnenden Moloch unterstellt wird. Indem der Vater auf diese Weise sein Kind dem mißgünstigen Schicksal überläßt, damit dieses nach freiem Belieben mit dem ihm zur Verfügung gestellten Kinde verfahre und die anderen Kinder dafür verschone, anerkennt der seinen Nachkommen Opfernde den Moloch zumindest als Gott gleichgeordnet. Und damit stellt auch der Molochdienst nichts von Menschenopfern bestand, (vgl. 2. Reg. 17,31; Sanh. 63 b). Solch scheußliehe Verbrechen wurden dementsprechend nach den für den Götzendienst geltenden Vorschriften abgeurteilt. Dieser ist hier aber nicht gemeint. Von ihm ist die Rede z. B. in Deut. 12,31. Diese Stelle bezieht sich ohne Zweifel auf den eigentlichen Götzendienst. Auch folgt aus Sifre zu dieser Stelle, daß sie den Molochdienst nicht meinen kann. So geißelt auch Jeremia in Kap. 7 V. 31 nicht den Molochdienst, sondern den eigentlichen Götzendienst, bei dem Menschen wirklich geopfert wurden; vgl. Nachmanides zu Lev. 18,21; Raschi zu Jer. 7,31; Jalkut Schimoni zu Jer. 7, 31; a. M. Breuer zu Jer. 7,31. 1 vgl. Marmorstein, The Unity of God S. 487 ff.

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