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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 116

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 116 (sequence 50)
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U6 hängnis abzuwenden. Auch Binding,1 Webersinn2 und Wellhausen3 betonen diese durch das Verbrechen eines Einzelnen ausgelöste Volksschuld. Sie sei in dem eigentümlichen zwischen Gott und seinem Volke bestehenden Verhältnis begründet, nach dem ״der Einzelne nur ein zur Unselbständigkeit verurteiltes Glied war. Hie Gottheit, hie Gemeinschaft“. 4 Nach den bisherigen Erfahrungen nimmt es nicht weiter Wunder, daß auch dieses Zitat eine Niete ist. Würden sich Schumacher und Bott tatsächlich die Mühe gemacht haben, das Pentateuch auf seinen genauen Inhalt zu erforschen, der wahre Sinn dieser Stelle hätte ihnen nicht verborgen bleiben können: Das tode8wördige Verbrechen Korachs hatte in einer Verhöhnung Gottes bestanden.5 Durch Korach aufgewiegelt, hatte die ganze Gemeinde an seiner Unrechtstat teilgenommen* und dadurch die gleiche Strafe verwirkt. Diese wird in Vers 21 über sie verhängt. Als verantwortungsbewußte, um ihr Volk besorgte Führerpersönlichkeiten bitten Moses und Aaron in Vers 22 Gott, der von einem glänzenden Agitator geblendeten Volksmenge Gnade zu erweisen. Gott gewährt dem Volke diese letzte Gelegenheit, 7 die von der inzwischen anscheinend ernüchterten Gemeinde auch genutzt wird.8 Das ist der einfache und klare Sachverhalt. Ihm müssen wir mit zwingender Notwendigkeit entnehmen, daß der wahre Sinn von Moses’ und Aarons Gebet nicht der war, Gott möge nur den schuldigen Alleintäter bestrafen und Sich nicht in Seinem furchtbaren Zorn auch an der unschuldigen Gemeinde rächen, sondern offensichtlich der, Gott möge dem von Korach geblendeten Volke, das Ihn in Wirklichkeit gar nicht höhnen wollte, eine letzte Gelegenheit geben, damit es zeigen könne, welchen Sinnes es tatsächlich war. Das ist die Bedeutung von Moses’ und Aarons Worten in Vers 22: ״ . . . . der eine Mann sündigt und über die ganze Gemeinde willst Du zürnen?“. Ein wirklicher und überzeugter Rechtsbrecher war nur Korach, während die Gemeinde, durch seine demagogischen Redekünste berauscht, im Taumel befangen war.9 So sehen wir, daß auch diese Stelle nicht geeignet ist, die Behauptung zu rechtfertigen, daß Gott ״ein furchtbarer Rächer in 1 Normen I S. 138. 2 g.!!. 3 Zum ältesten Strafrecht, S. 94. 4 Webersinn S. 11. 5 Num. 16,30. 6 Num. 16,19. 7 Num. 16,24. 8 Num. 16,27. 9 vgl. Hertz, Numbers S. 163/64 und zu Num. 16,19 ff.

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