Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 43)
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109 den Fortfehritt ihrer Zivilifation. Da lehrt aber auch gottesftaatliche Weisheit Kulturfimmel und Weltanfchauungsmoden gründlich verachten und Iaht fprudeln jedes Herz in freudig-ftolzer Begeifterung für den Gottesftaat, den (auch nur himmlifch) unvergleichlichen, für fein Volk, das auserwählte, für feinen König, Ji&roeils Gottheit, den König aller Könige. Mehr als je find daher in diefer Golubnacht jüdifche Lehrer, die ihre Kinder das hiftorifche Gefetz des Gottesftaatsvolkes zu lehren verftehen, die treuen Sterne des Volkes, das ohne den Kompab des רוח הקדש oder auch nur des בת קול oder irgend eines pofitiven Merkmals feiner Gottesflaallichkeit durch die Völkerwüfte wandert und, wenn es lieh nicht verirren foll, nur von folchen Lehrern ficheren Weges in die Heimat der Zukunft geleitet werden kann — 33ומצדיקי הרבים כככבים Darum droht dem Golubjudentum keine fchlimmere Gefahr als die Sabotage der Aniwuberziehung durch Menfchen aus eigener Mitte, die der Geltungsfucht und Lüge verfallen find; die aus dummftolzer Kompenfation ihres Nichtwiffens mit Rechthaberei oder aus charakterlofer Katzenbuckelei vor allem, was Völker als Fortfehritt anbeten, bewubt oder unbewubt ihre autonomiftifche Wühlarbeit gegen Gottes Taurokönigtum betreiben. (Was fie dabei .doch auch" Nützliches wirken, das wird von niemand befiritten, verdient aber, fogar an der nutzärmften Taurotreue gemeffen, durchaus keine laute Betonung. Daswird Gott, der alle Energie feiner Schöpfung bis hinab zum kleinfien Würmdien, Stäubdien, Hauch nutzbar macht feiner Ehre34 und keines Gefdiöpfes Verdienft unterfdilägtihnen auch nicht vergelten. Das darf aber dem denkenden Juden niemals die gottesftaatliche, die grundfätzliche jüdifche Beurteilung verbiegen. Warum auch? Das Böfe, dem Gott, der Gute, in feiner Welt Raum gewährt, kann ja gar nicht nur unnütz fein - böfe, verneinenswert ift es dennoch. Und gehört es nicht ganz eigentlich zur Natur des Böfen, durch angenehme Wirkungen zu kitzeln und fidi einzufdimeicheln? Schon der alte Micho-Göize36 hielt lieh zum Schimpf und Unglück des erften Staates Jahrhunderte hindurch, indem er mit feiner Wandererfürforge die Herzen betörte37.) Darum mub es, wie bitter und fchmerzlich die Wahrheit auch fei, erkannt werden: ebenfo verhängnisvoll wie die Zeitfünden des von Sinnlichkeit geborenen Götzendienftes und der von Hab- und Macht- 33 Don. 132; B. b. 8b. 34 Ow. VI u (J’sch. 437); Schab. 50 b (Misch. 16 4). 33 B. k. 38 b. 33 Schauf. 17 u. 18. מ Ssanh. 103 b.