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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 102

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 102 (sequence 36)
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Jetzt genügt das allein nicht mehr. Mangels einer ftarken Autorität kann jeder die ״Ehre* des Befferwiffens für (ich in Anfpruch nehmen. Die Zäune verfallen, die Formen zerfliegen, jeder knetet (ich fein Judentum nach Belieben. Man kann Ta uro ftudieren ohne Wahrheit, alfo da& dabei eine ״Wiffenfchaft des Judentums“ produziert wird, die jede Unjüdifchkeit und Taurowidrigkeit als gut jüdifch und taurogemäb zu beweifen vermag. Man kann Awaudo pflegen, ohne fleh durch den Rechts willen der angebeteten Gottheit im geringften gebunden zu fühlen, alfo dafe זיהינו und מלכנו und felbft מלך העולם zu hohlen Gebetsformeln herablinken, der Gottesvolksftaat als zwingende Ergänzung zum Königslitel unferer Gottheit völlig aus dem Bewufetfein fchwindet und demzufolge das perfönliche Verhältnis des ״Andächtigen" zum angebeteten Gott auf eitel Gefetzlofigkeit beruht. Und man kann G’milufe-che&ed betreiben ohne Frieden (wahren Frieden, Frieden lebensfähiger Ganzheillichkeil - nicht verfumpfende Neutralität!), alfo dafe das ״Wohltun" (ich zu einem brutalen Instrument der Tyrannei auswächft, zur innerpolitifchen Verfklavung von J'rei’im. Früher, im Staat, alsTauro und Awaudo und G’miluh-chahodim noch als wirkliche Gemeinfchaftswerke wuchfen, da war die Qualität der Gelinnung eines Einzelnen nicht fo fehr von Belang. Verbürgte der Entfchlub des durch das Synhedrion repräfentierten Volkes den Vollzug der guten Gemeinfchaftstat, fo war damit die gute Gemeinfehaftsgefinnung ohne weiteres gegeben3. Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muh jeder einzelne zuerft einmal (ich felbft in gottesftaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gefetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für G’milub-chafeodim. Mit anderen Worien: nur von Juden, die (ich der göttlichen Wahrheit, der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenninis ihrer Lage und Beftimmung gewinnen, haben die machllofen Golufeinftanzen des gottesftaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ift es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälfchung der Wahrheit untergräbt! Er ift der Mörder unteres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht feines Volkes mi&brauchend, den Frieden feiner Gemeinfchaft bricht! Er ift der Mörder unferer Wahrheit - - Was nun? 3 j. Ta’n. III 1 Anf.מכיון שנתנו ביד נפשן לעשות כמי שעשוי.

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