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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 100

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 100 (sequence 34)
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100 ״Zur Herrschaft gelangt unter den Menschen der Gerechte, zur Herrschaft durch Gottesfurcht.“ Und wenn nun auch die heutige europäische Kultur von dem Wege abgeirrt sei, den ihr nicht erst S. R. Hirsch, sondern bereits die Weisen des Talmud (s. die im Komm, zu I. B. M. 3, 24 zitierten Stellen aus תנא דבר אליהו und ויקרא רנה vindizieren, nämlich im Entwicklungsgänge der Menschheit ein Wegbereiter für die Huldigung der göttlichen Thorakultur zu sein. Also: wenn nun auch diese Kultur momentan abgeirrt sei von dem Bilde, in welchem nach dem Verfasser ״all das Auf steigende der Kultur als strahlendes Menschentum in messianischer Prägung in den menschenliebenden Augen S. R. Hirschs schien“ — kann denn nun diese Kultur nicht wieder zurückfinden zur abermaligen Verwirklichung jenes Bildes?! Sind denn die Lichtstrahlen, die jene Hirsch umgebende idealistisch-humanistische Kultur: ״Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ ausströmte, für alle Zeiten erloschen?! Nim, unsere heiligen Weisen, die uns beim Anblicke eines nicht jüdischen Weisen die Berochoh sprechen lassen: שנתן ״ מח:מתו בשד ודם... der da gab von Seiner Weisheit den aus Fleisch und Blut Geschaffenen!“ dachten nicht so pessimistisch, daher nicht so schwarz. Sie erblickten auch in der nichtjüdischen Weisheit und Kultur einen Strahl des göttlichen Geistes, dazu berufen, den zum Baume des Lebens führenden Weg zu ebnen. לשמור את דרך זו דרך ארץ ואח״ב עץ החיים זו תירה In dem einen jedoch hat der Verfasser gewiß recht, daß der Meister es keinesfalls zur Pflicht und Obliegenheit eines jeden echten Jehudi gemacht hat, sich akademische Bildung anzueignen. Solchen Ueberschwang finden wir viel eher in gewissen philosophisch gebildeten Kreisen des Mittelalters, wo man da — ob in begründeter oder unbegründeter Anlehnung an Maimonides, dies lassen wir dahingestellt! — ein eingehendes Studium und Kenntnis der aristotelischen Philosophie zur unabläßlichen Obliegenheit des Idealjuden sieht. S. R. Hirsch sagte bloß, daß auch der akademisch Gebildete ein echter Jehudi sein kann und auch sein soll! Und es gehört nicht zu seinen allerletzten Verdiensten, daß er Ungezählte, die vielleicht sonst in ihrer akademischen Laufbahn einen Freibrief in Bezug auf עול תורה ומצות erblickt hätten, mit diesem Losungsworte und seinen herrlichen Schriften, nicht nur für das echte Judentum gerettet, sondern

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