Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 32)
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98 m bißchen Hebräisch und Jüdisch, das man im Rahmen der־ selben unterbringen konnte, das Unterrichtsideal eines S. R. Hirsch waren, wie wir dies bereits vergangenes Jahr in unserem Aufsatze: ״Das Gesetz und das Land“ (Der Israelit 1933, Nr. 30) näher ausgeführt haben. Und auch das schwere Ge־ schütz, womit der Verfasser gegen die Synthese von Thora im Derech Erez im Sinne der vollkommenen Gleichstellung beider Erziehungs־ und Bildungsfaktoren auffährt, trifft nur scheinbar den Meister. Der Verfasser, der bereits in dritter Generation zu den Schülern des Meisters zählt, kann es mir gewiß nicht verübeln, wenn ich ihm ganz aufrichtig sage, daß all das, was er in seitenlangen Ausführungen und — es sei zugestanden — in oft recht ergreifenden Wendüngen gegen obige Fassung erwähnter Synthese vorbringt, sich bereits in klassisch kurzer Prägung in der hochbedeutsamen Stelle des Kommentars zu III. B. M. 18, 4 und 5 befindet, die in dem Satze gipfelt: ״Indem עשאם עיקר ואל תעשם טפלה geboten wird, ist ja bereits die Beschäftigung auch mit anderen Gebieten der Erkenntnis als gestattet vorausgesetzt. Nur soll uns die Wissenschaft der הורה und die aus ihr zu schöpfende Erkenntnis das Hauptsächliche und das absolut Gegebene und Feststehende sein. Nur als Hülfswissensehaft, und nur insofern sie dem Studium der ־ ת ו ר הWissenschaft wahrhaft helfend dienen und sich als טפל dem עיקר unterordnen, sollen auch sie gepflegt werden.“ (Vgl. auch unsere Schrift, Nachlaß Zwi usw. S, 69 u. f.). Nicht als verargten wir etwa dem Verfasser die Länge und Breite seiner diesbezüglichen Auseinandersetzungen! Wir wünschten bloß ein mehr quellenmäßiges Zurückgehen auf Hirsch selber. Der Verfasser sollte vor der Oeffentlichkeit viel kräftiger von dem unverstandenen oder nur halbverstandenen Hirsch auf den richtig־ oder ganzverstandenen appellieren. Es sollte nicht einmal der Schein erweckt werden, als würde man heutzutage nunmehr gegen die Hirsch’sche Fassung der Synthese von תעד״א an sich Front machen müssen, und als handelte es sich in Wirklichkeit um etwas anderes als um ein Ausmaß in der Verwirklichungsmöglichkeit jener Synthese! Denn es gibt doch allzuviele, die aus gemeindepolitischen oder weltanschau־ liehen Rücksichten gar freudig jeden Sprung oder Riß in der Autoritätsanerkennung des Meisters selbst im eigenen Lager begrüßen!