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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 96 (sequence 30)
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96 lung von Jahrmillionen vörweggenommen werden konnte, womit er den erkenntnistheoretischen Sinn der Problemlösung, für den die Schöpfungsvorgänge für die Erkenntnis der Natur grundsätzlich nicht vorhanden sind, zerstört. So, wenn er gegen das eigene Versprechen auf S. 40, die jüdische Lehre in ihrer Reinheit ohne philosophische Verbrämung sprechen zu lassen, dann doch (S. 71 ff.) eine Art philosophische Grundlegung des Judentums zu geben versucht und diese auf die Unterscheidung von Zivilisation und Kultur abstellt, wohl ohne zu wissen, daß es sich bei dieser Unterscheidung der populären Kulturphilosophie um ein typisch deutsches Erzeugnis handelt, das nicht nur im jüdischen Schrifttum, sondern sogar im sonstigen Europa unbekannt ist. (Man mag das bei Burckhardt: ״Die Geschichte des Kultur- und Bildungsbegriffes“ nachlesen.) Und schließlich der ganz ärgerliche Fall: Ausgerechnet den aus der Psychoanalyse stammenden Begriff des Ueber-Ichs muß der Verfasser, der Herkunft des Wortes wahrscheinlich nicht bewußt, zur Erläuterung des jüdischen Gottes-Begriffes heranziehen. Der Dilettantismus der Vergangenheit entstammte meist der Unkenntnis des jüdischen Schrifttums. Wir werden sehr wenig gewonnen haben, wenn uns ein neuer Dilettantismus beschert wird, der aus Mangel an Kenntnis der Quellen, aus denen er schöpft, Jüdisches und Unjüdisches durcheinanderwirft. IV. Es ist, trotz dieser Mängel, viel Wertvolles in dem Buch. Es hätte nur Gutes stiften können, wenn es sich auf das beschränkt hätte, was positiv an ihm ist und wofür der Verfasser aus eigenem Erleben zeugen kann. Damit dieses Positive nicht in der notwendig gewordenen Kritik untergeht, mag zum Schluß nochmals hervorgehoben werden: Der Weg der Umkehr führt über das Lernen. Nachwort der Schriftleitung: Angesichts der Bedeutsamkeit der in dein oben besprochenen Buche behandelten Problematik für die an Rabbiner Hirsch orientierte Orthodoxie, glauben wir unseren Lesern: einen Dienst zu erweisen, wenn wir noch eine Ergänzung aus der Feder unseres hochgeschätzten Mitarbeiters, Herrn Oberrabbiner Fischer, Sarospatak, folgen lassen: .... In der III. Abteilung: ״Assimilation“ erfolgt die Stellungnahme zum ״Kulturproblem“ unserer Zeit. In diesen Aus-

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