Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 29)
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len. Und hier zeigt es sich, daß in manchen Dingen die Anknüpfung an die jüngste Vergangenheit nicht zu umgehen ist, denn hier liegt der nächstliegende, wenn auch nur teilweise gelungene Versuch vor, modernes Leben mit dem Jüdischen zu durchdringen und sich nicht mehr mit der Ueberwindung des Lebens zu begnügen. III. War das Hirsch’sche Erziehungssystem ein notwendiges Uebel, so ist dieses ״Uebel“ heute — bei Anpassung an die Bedürfnisse der Zeit — nicht weniger notwendig. Oder wollen wir eine Generation großziehen gleich dem Menschenschlag des Ostens, der daheim in seiner geschlossenen Welt gewiß jüdischer lebt als der Durchschnitt im Westen, dessen Treue zur überlieferten Lebensform aber, optimistisch geschätzt, in 80 Prozent der Fälle im Maße der geographischen Entfernung von der Heimat abnimmt — einfach aus dem Grunde, weil er von Haus aus mit den Voraussetzungen des modernen Lebens nicht vertraut ist und sich von ihm bei der ersten Bekanntschaft in der Fremde überrumpeln läßt? Will man diesen Typ großziehen, in Zeiten der Auswanderungen, wo ein großer Teil unserer Jugend auf sich gestellt seinen Weg durch die Welt gehen wird? Ferner: Ist eine Fernhaltung der modernen Bildung von unserer Jugend im Zeitalter der Presse und des Radio möglich? Oder will man den Kindern die Lektüre ״unter dem Strich“ verbieten? Das Ergebnis wäre, daß die Jugend selber für ihre Bildung sorgen würde, was schon allein als Genuß des Verbotenen eine psychologische Belastung mit sich brächte. Dann aber würde ein Typ der Halbgebildeten entstehen, dessen Gefahren in den Erziehungsbünden schon heute Gegenstand ernster Sorge bildet. Es ist leicht gefordert, sich dem Einfluß der Umwelt zu entziehen — dies ist aber dem Verfasser selbst nicht ganz gelungen. Ist man aber einmal diesem Einfluß ausgesetzt und daher mit den sich daraus ergebenden Problemen beschäftigt, so hätte das Ernstnehmen dieser Probleme manches erspart. So, wenn Schwab frei nach isaac Breuer den Unterschied zwischen der Erkenntnis der Welt als Natur und Schöpfung auseinandersetzt und sagt, daß ״das Gesetz des Naturablaufs .... erst nach der Schöpfung entstanden war“ und daher für die Beurteilung der Schöpfung nicht maßgebend sein kann, dann aber in Klammern hinzufügt, daß in der Schöpfung in Augenblicken die Entwick-