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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 94 (sequence 28)
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§4 größtmöglichen Verbindung mit unserer ferneren Vergärtgenheit, aus der allein wir eine legitime Stellung auch zu unserer jüngsten Vergangenheit und ihren Ergebnissen gewinnen können — ein Grund mehr, sich dem Aufruf Schwabs zur maximalen Steigerung des Lernens anzuschließen. Bewußt aber müssen wir uns sein, daß unser jüdisch-geistiges Format und auch das unserer nächsten Generationen auch von den Elementen unserer jüngsten Vergangenheit mitbestimmt werden wird und daß es bei der geistigen Verbindung mit unserer ferneren Vergangenheit sich nicht um eine Rückkehr zu ihr handelt, die es nicht gibt, sondern um eine Umkehr, die, uns unseren historischen Ort belassend, in die rechte Bahn der jüdischen Geschichtsentwicklung zurückführt. Der fiktive Charakter der Schwab’schen Geschichtskonstruktion erweist sich sofort, wenn man auch Palästina in den Kreis dieser Betrachtungen hineinbezieht — die Aeußerungen des Buches zum Palästinaaufbau pendeln zwischen einer Selbstanklage wegen mangelhafter Mitarbeit der Orthodoxie am Aufbau (S. 50) und dem Zitat einer ״geheimnisvollen Talmudstelle“, deren eindeutigen Sinn auch der Verfasser zugestandenermaßen nicht anzugeben weiß, aber mit deren möglicher für den Palästinaaufbau unheilverkündender Deutung der Verfasser spielt (S. 40). — Man hat den Eindruck, daß der Verfasser nur der Macht der Tatsachen weicht, wenn er den Aufbau gelten läßt und eine orthodoxe Alijah verlangt. In seine Auffassung der Gegenwart, als eine Zeit der Rückkehr, paßt der Palästinaaufbau nicht hinein. Zur Gewißheit wird der Eindruck, wenn der Verfasser zum Schluß nach der Rolle Palästinas fragt, die es innerhalb des zur mittelalterlichen Haltung zurückgekehrten Lebens zu spielen habe, und darauf die Antwort gibt, daß in der vormessianischen Zeit auch das Leben in Palästina Golus sei. Gewiß ist das Leben auch in Palästina Golus, aber es ist ein in seiner Ganzheit von Juden gelebtes Leben, desgleichen man seit zwei Jahrtausenden nicht mehr gekannt hat und das vom L e r - nen her nicht überwunden werden will, sondern von ihm seine Gestaltung empfangen sollte. Diejenigen, denen das Lernen in Palästina zur Ueberwindung des Lebens dient, gestalten die Geschichte des Landes nicht, sondern leben an ihr vorbei. Das Lernen der Zukunft in Palästina muß, wenn es eine historische Macht werden soll, diese Kraft der Gestaltung des totalen und modernen Lebens aus sich heraus stel-

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