Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 26)
- Belongs to
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92 Krönung des ganzen aber ist, wenn er den Gedankenstrich nicht nur in das Satzgefüge, sondern, jeder Philologie ins Gesicht schlagend, mitten in das Wort einfügt und m—ich und s—ich schreibt. Der Erfolg dieses Stils ist, daß sich der Leser keineswegs zur Umkehr, zur Teschuwah auf gerufen und auf gerüttelt fühlt, was das Buch in bester Absicht erreichen möchte. II. Wichtiger aber als all dies ist das letzte Drittel des Buches, dessen gedankliche Selbständigkeit unbestritten bleibt. Auf eine kurze Formel gebracht ist der Inhalt folgender: Thora im Derech Erez war ein notwendiges Uebel, halachisch gesprochen eine הוראת שעה, solange wir an dem weltlichen Leben der Umgebung teilhatten und die Gefahr bestand, daß wir uns an dieses Leben verlieren könnten. Heute, nachdem wir durch göttlich-geschiehtliehe Fügung dieser Gefahr entzogen sind, tritt wieder die Strenge des Gesetzes in ihre Rechte ein, und diese verlangt den Ausschluß aller Bildungselemente, die nicht zum Broterwerb, zur technischen Beherrschung des religiösen Schrifttums oder, in Ausnahmefällen, zur Pflege einer Apologetik nötig sind. Die Aufgabe ist nicht mehr, das profane Leben jüdisch zu durchdringen, sondern das Golusleben, das nicht unser Leben ist, zu überwinden. Das Mittel der Ueberwindung ist das Lernen, das zu pflegen und zu verbreiten unser Ziel sein muß. Daher ist die Pflicht der Gegenwart, einen historischen Rückzug anzutreten, der die Fehler eines Jahrhunderts korrigiert. Und hier findet der Autor, weil aus Eigenem gebend, auch sprachlich schönen Ausdruck für seine Gedanken. Es sind schöne Stellen, die man gerne noch einmal liest. Ein Beispiel: ״Wir verlassen den hirschisehen Brückenbogen, weil auf der Gegenüber-Seite nunmehr keine Fluren mehr grüßen, sondern wüste Trostlosigkeit. Wir pochen vielmehr an die Tore des heroischen jüdischen Mittelalters und fragen und betteln die Alten, die Väter, die Mütter um Bescheid an, um Auskunft: Wie konntet ihr die Klüftung und Fremdheit überwinden, das Ausgestoßensein und Isolierung? Wo kam euch die Kraft her zum Dulden, zum Tragen, zu solcher Demut, zu solchem — Stolz?“ Das Bestechende dieser Gedanken liegt in ihrer geradlinigen Konsequenz, für die die Problematik der Zukunft sich wie ein Rechenexempel löst. Daß die Lösung falsch ist, liegt