Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 60 (sequence 62)
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60 Gegenüber den in jüngster Zeit auftretenden Bestrebungen für die Jugendalija nach Erez Jisroel. unter zionistischer Flagge — teilweise getarnt — auch in gesetzestreuen Kreisen Propaganda zu machen; und zwar mit Bezugnähme auf den Kibbuz Rodges, ist es außerordentlich bemerkenswert, durch die ״Jüdisehe Rundschau“ in Nr. 88, Ernst Simons Ausführungen über Kibbus Rodges, der sich auf die Äußerungen Elieser Liebensteins, des Führers des deutsch. Hechaluz stützt, kennen zu lernen. Sie befinden sich in seltener Übereinstimmung mit Isaac Breuers Worten in seiner im ״Israelit“ erschienenen Artikelserie ״Tragik des Misrachi“(inzwischenf als Sonderdruck im Verlag der Palästina-Zentrale erschienen u. beziehbar). Breuer meint, daß Rodges turmhoch steht — gemessen an den übrigen zionistisehen Niederlassungen. — Ein Turm unterscheidet sich durch seine Höhe von einem gewöhnliehen Haus. Elieser Liebenstein sagt, daß zwischen Rodges und En Charod nur ein gradueller Unterschied in Religiosität besteht und fährt dann fort: ״Auch dort (Rodges) ist ebenso wie in En Charod das jüdische Gesetz als ein Lebensgesetz im Grunde verlassen, nur wird der Hohlraum anders drappiert.“ Wer denkt hierbei nicht an אוי לד*! :das talmudische Wort לאותה עיסה, שהנחתום מעיד עליה שהיא רעה!? In der jüdischen Presse, insbesondere in der palästinensisehen, wird in den letzten Wochen immer stärker die Frage des sogenannten ״Haskem“ religiöser Arbeiterparteien in Erez Jisroel mit der sozialistischen Arbeiterpartei besprochen. Einen klareren Einblick als alle einzelnen Vorgänge über das Wesen dieser Arbeiterpartei, die heute die herrschende in Erez Jisroel selbst, wie auch in der zionistisehen Executive ist, ergibt sich aus einer Notiz eines palästinensischen Blattes. — Als anläßlich eines Chillul Schabbos das palästinensische Oberrabbinat an die sozialistische Arbeitergruppe in Haifa ein Schreiben richtete, kam dieses Schreiben wieder an das Rabbinat zurück mit dem Bemerken auf dem Briefumschlag: מהרבנות אין אנו מקבלים מכתבים ״Von dem Rabbinat werden Briefe nicht angenommen.“ Wenn also Herr R. A. Klee bei einem Gemeindeabend der Jüdischen Gemeinde Berlin sich dahin äußerte, daß nicht die wirtschaftliche Leistung in Palästina das Wesentliche sei, so groß sie auch sein möge: ״sondern die Erwartung, daß die dort werdende Gemeinschaft einst wieder religiöse Werte hervorbringen werde“, so muß er an-