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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 58

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 58 (sequence 60)
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58 rung Rabb. Hirschs im Rahmen eines Artikels zu finden ist, der die Maasergesetzgebung und in diesem Zusammenhang speziell den Sinn des Maaser-scheni-Gebotes darstellt und daß die Fort- Setzung der zitierten Stelle folgendermaßen lautet: ״Nicht in der Trägheit und nicht im Schmerze und der Niedergeschlagenheit, auch nicht im Leichtsinn findet der jüdische Geist seine Stätte . . . Der Leichtsinn flieht vor dem Ernst des jüdischen Gesetzes . . Selbst mit seinem Genüsse und heiteren Freude im Gotteskreise weilen zu können, ist die höchste Vollendung des sittlichen Menschen auf Erden.“ Sollte Rabbiner Hirsch wirklieh damit Tanzveranstaltungen im kleinen Kreise im Auge gehabt haben?? Der Leitartikel des September-Oktober-Heftes des ״Morgen“ von Ludwig Feuchtwanger beginnt mit drei Warnungen, vor dem ״Nihilismus“, der ״Phrase“ und der ״Rechtgläubigkeit“ und zitiert für letzteres aus Isaac Breuers ״der Neue Kusari“ Seite 57: ״Samson Raphael Hirsch forderte auch gewissermaßen den Austritt aus der Wissenschaft“. Bedauerlicherweise wird man bei diesem Zitat (auf deutsch ״Anführung“) an die fatale Doppelbedeutung des Wortes ״anführen“ erinnert,denn wenn man die betreffende Stelle nachliest, wird man finden, daß Breuer diese Worte einem Gegner Hirschs in den Mund legt, der weiterhin erklärt, daß er trotz seiner Beschäftigung mit Hirsch, der die Thora zum allbeherrschenden Prinzip machen wollte und dabei vor der Gemeinde ebensowenig Scheu empfunden hat, wie vor der Wissenschaft, ihm in dem einen so wenig gefolgt sei, wie in dem anderen. Der gutgläubige Leser des ״Morgen“ muß aber, besonders nach den weiteren Ausführungen Feuchtwangers meinen, daßRabbiner Hirsch, der in zahllosen Stellen seiner Werke davon spricht, daß ein und derselbe Gott das Buch der Natur und Geschichte geschrieben, ganz wie das Buch der Thora, ein Gegner der Wissenschaft gewesen sei. Einen Weg zu Rabbiner Hirsch hin, scheint auch die ״Jüdischliberale Zeitung“ gehen zu wollen, die seit Beginn November in Erkenntnis der schweren Krankheit des liberalen Judentums, eine Namensänderung vorgenommen hat und sich nunmehr ״Allgemeine jüdische Zeitung“ nennt. In der Ausgabe vom 14. November bringt der Leitartikel einige Sätze, die außerordentlich beherzigenswert sind und die man sich gut wird merken müssen. ״Alle Arbeit für echte jüdische | Kultur ist gut, alle Bestrebun-

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