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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 57 (sequence 59)
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57 die das el kana einschränkend erläuternden Worte poked awon abot usw. in weiser, menschlicher Eigenart und Natur Rechnung tragender, abermaliger Einschränkung des ihnen zugrunde liegenden Rechtsgedankens: ״der Ich Liebe erweise denen, die Mich lieben und Meine Gebote hüten“.1 Zusammenfassend stelle ich fest: Die hier bekämpfte Auslegung von poked awon abot usw. verkehrt den wahren Sinn dieser Stelle in sein gerades Gegenteil. Die zum Beweise ihrer Richtigkeit angeführten Stellen konnten nicht als beweiskräftig angesehen werden, und andere Stellen der Heiligen Schrift mußten als im unvereinbaren Widerspruch zu ihr stehend festgestellt werden. Damit ist auch diese Stütze des ״furchtbaren Rächers in seinem Zorn“ in Wegfall gekommen. Es soll nunmehr geprüft werden, ob wenigstens die dritte von Schumacher aus dem Pentateuch zitierte Stelle geeignet ist, ihre Behauptung zu rechtfertigen. (Wird fortgesetzt.) Chronik. Das ״Israelitische Familienblatt“ Nr. 45 setzt sich dafür ein, daß man als Ausgleich gegen die Gefahren, die dem Lebensgefühl und Optimismus der deutschen jungen Juden drohen, auch in diesem Winter sich nicht zurückhalten möge — zu tanzen. Die Autorin des betreffenden Aufsatzes legt nicht Wert auf glänzende Feste und Gesell*־ schaftsanzug, sondern auf ungezwungenes Tanzen im kleinen Kreise, ״dem keine Absicht anzumerken ist“. ״Sollten sich aber“ — so fährt die Autorin weiter — ״gar Stimmen erheben, die gegen eine Entwürdigung des Judentums eifern, so antworten wir mit einem Worte des Rabbiner S. R. Hirsch“ (Gesammelte Schriften, Band 1, Seite 34): ״Nicht der Schmerz und die Trauer, nicht das Kasteien und Abhärten ist der Höhepunkt des Judentums; Frohsinn, Heiterkeit und Freude ist sein heiligstes Ziel.“ Leider vergißt die Autorin hinzuzufügen, daß diese Aeuße- 1 Im unvereinbaren Widerspruch hiermit steht der durch nichts begrün-. dete und durch die gesamte, in ihrem wahren Wesen begriffene Heilige Schrift! eindeutig widerlegte Satz Webersinns (S. 10): ״Gott stand den Juden nicht* gegenüber, als der allgütige und allweise Vater, sondern als der strenge Weltenherrscher, als der unerbittliche Rächer alles Übels“.

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