Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 54 (sequence 56)
- Belongs to
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f>4 die übliche Auffassung von poked awon abot usw. unvereinbar. Den wahren Sinn dieser Worte darzutun, soll nun im folgenden versucht werden. ״Der Ich gedenke der Schuld der Eltern an Kindern“. Wolf1 ist der Ansicht, pakod sei eine vox media, ein neutraler Ausdruck. Er könne, wie die übliche Auffassung annimmt, Strafschärfung bedeuten, indemKinder für dieVerbrechen der Eltern mitbestraft würden, oder Strafmilderung, indem den Kindern zugute gehalten würde, was ihnen an verderblichen Lastern von ihren Eltern überkommen ist. Durch Bezugnahme auf die von nichtjüdischer Seite im allgemeinen2 3 nicht angeführten Stellen Exod. 34, 7 und Num. 14, 8, die Gottes beispielgebenee Liebe und unerreichbares Erbarmen, seine Welt erhaltende Langmut und stets zur Verzeihung und Versöhnung bereite Gnade behandeln und in diesem Zusammenhang gleichfalls die Worte poked awon abot usw. enthalten, kommt Wolf zu dem zweifellos richtigen Schluß, daß sie auch im Dekalog Strafmilderung bedeuten sollen. Ich glaube, daß man auch ohne die verdienstvolle Aufzeigung dieses Zusammenhangs bei richtiger Erfassung der ganzen in Betracht kommenden Stelle zu dem Ergebnis gelangen muß, daß poked usw. nur Strafmilderung bedeuten kann. Der zur damaligen Zeit weit verbreiteten Verehrung selbstgefertigter Götzen stellt Gott Seine ganze Kecht setzende und wahrende Persönlichkeit entgegen. Die Untersagung des gotteslästerlichen Götzendienstes wird daher begründet: ״Denn Ich bin ein Sein Eecht fordernder Gott“. Er, ״der das Herz ergründet und die Nieren prüft, um einem jeden nach seinem Wandel, nach seiner Taten Werk zu vergelten“,3 Er weiß wohl die wirklichen Wurzeln menschlichen Verbrechens zu erkennen und zu unterscheiden, was in eigener persönlicher Schuld begründet und was fluchbringend von verderbtem früheren Geschlecht dem jetzigen vererbt worden ist.4 Ein Teil allen Verhaltens der Kinder ist Segen spendende oder auch Unglück bringende Erbmasse der Vorfahren. Würde dennoch einen jeden die ganze angedrohte Strafe mit unerbittlicher Härte in vollem Umfange treffen, so würde er mitbe- 1 Pentat. zu Exod. 20,5 und 34,7; vgl. auch Ibn Esra zu Exod. 34,7; Hirsch, Pentat. zu diesen Stellen. 2 nur Bott S. 7, zit. Exod. 34, 7. 3 Jeremia 17,10. 4 vgl. Psalm 103,14; Hertz, Pentat. zu Exod. 20,5; Marmorsteine, The Old Rabbinic Doctrine of God, S. 153ff.