Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Belongs to
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5i daß ich iebe“. Da sprach Gott: ״Gutes üben bereitet Dir Verdruß?“1 Um Jona wieder zur Besinnung zu bringen, ließ Gott ihm das Wunder des Kikajon geschehen. Er ließ ihm über Nacht den wohltuenden Schatten spendenden Kikajon wachsen, den Er in der folgenden Nacht jedoch bereits wieder verdorren ließ. Als der Prophet darüber in Klage ausbricht, antwortet nun Gott: ״Du hast Mitleid mit dem Kikajon, um den Du Dich nicht bemüht und den Du nicht großgezogen hast, der als Erzeugnis einer Nacht geworden und als Erzeugnis einer Nacht dahingeschwunden ist. — Und Ich sollte nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, mit mehr als 12mal 100000 Menschen, die noch nicht zwischen ihrer Rechten und Linken zu unterscheiden vermögen (d. h. mit so vielen noch unschuldigen Kindern) — und den vielen Tieren?“2 So spricht wahrlich nicht ״ein furchtbarer Rächer in seinem Zorn“. Er ist es auch den Nichtjuden gegenüber nicht. Die Einwohner der assyrischen Hauptstadt Ninive waren keine Juden. Nur ein Gott, dem alle Menschen als Seine Kinder lieb und teuer sind, kann sprechen: ״So behalte denn die Erkenntnis in Deinem Herzen, daß, wie ein Mann seinen Sohn erzieht, der Ewige, Dein Gott, Dich erzieht“.3 2.) Gott straft den Menschen nur für eigene Schuld. Aber auch die dem el kana folgenden Worte poked awon abot usw. vermögen die Behauptung Schumachers und der übrigen Verfasser nicht zu stützen. Sie werden gewöhnlich,4 auch von jüdischer Seite5, übersetzt: ״Der Ich ahnde die Sünde der Eltern an den Kindern“ usw. Doch ist diese Übersetzung eine der unbewußten Verfälschungen der Heiligen Schrift.6 Pakod heißt nicht 1 Jona 4,2—4. 2 Jona 4,10. 11. 3 Deut. 8,5; vgl. Deut. 14,1; Jeremia 31,8 a. E. 4 u. a. Bott S. 7; Döllinger S. 828; Freymond S. 2; v. Hippel, Deutsches Strafrecht I, S. 41 Anra. 3; Mellin S. 13; Neumann S. 6; Webersinn S. 11; Wellhausen, Zum ältesten Strafrecht S. 96. 5 u. a. Dusehak S. 5. 6 Es ist dies die gleiche Fälschung, wie wenn von der Opferung Isaaks gesprochen wird. Isaak ist nicht geopfert worden, es kann also nur von einer Bindung Isaaks die Rede sein, wie dieser Vorgang im Jüdischen tatsächlich denn auch bezeichnet wird. Dort kennt man als Gesamtbezeichnung für diesen Vorgang letzter Hingabe an Gott and gehorsamster Erfüllung Seines Willens nur den Ausdruck akedat jizehak (vgl. richtig u. a. Faulhaber S. 15; Kittel S. 51).