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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 41

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
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41 fcheinung treten und wird auch ganz gewiß eines Tages wiederkehren1. Aber Jahr für Jahr verging, Jahrhundert für Jahrhundert, und er kam nicht. Wenn der Jude trotzdem feinem Ziele gläubig treu bleiben follte, dann müßte er bis ans Grab die Kraft bewahren, die gewöhnlich nur der Jugend für kurze Zeit eignet: einem heiligen Glauben (ich lebensnaher und lebenswahrer verbunden zu willen als allen irdifchen Gütern und Werten, und für ihn begeiftert zu ftreben und zu kämpfen. Werden die Juden immer fo jung bleiben? Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung fo wichtige autoritäre Macht des Gottesftaatsvolkes verloren ging. Machtlofigkeit ift aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn fie bedeutet normaler Weife Kapitulation vor dem oberften der Urtriebe, der Rechthaberei. Die ift der Selbftbehauptungswille des Ich im Geiftigen, der urtriebliche autonomiftifche Drang nach unbefchränkler Geltung des eigenen Meinens und Genehmigens, die furchtbare Triebkraft menfchlicher »Ehre2״; (fie ift es, die fich gern, wenn auch nur fekundär, der Habfucht und Sinnlichkeit annimmt und ihnen Rechtfertigung und Geltung beforgt); fie ift trotzig-ftolz bis zum Himmel, nur die Autorität der Ratio, der eigenen Vernunft, des eigenen zielfirebigen Denkens, anerkennend. Sie zu zähmen und zu;leiten, umzubiegen oder zu brechen, ift die Hauptaufgabe jeder Erziehung. So bedeutet Erziehung - Überwindung. Selbfterziehung erfordert dazu Kraft. Aber andere erziehen (denen es nicht nur am Wiffen, fondern auch an Kraft zur Selbfterziehung fehlt), das fetzt notwendig Macht voraus (wenn auch nicht gleich die Macht der Rute). Und nun die doppelte Not: der autonomiftifche Drang der Rechthaberei fühlt fich durch die Unfichtbarkeit der himmlifchen Heteronomie geradezu herausgefordert, fich gegen die Joche des Bekenntniffes und Gehorfams aufzulehnen - und völlig machtlos fteht ihm der himmlifche Gottesftaat in feiner irdifchen Unwirklichkeii gegenüber! Wie anders war es einft gewefen, als noch ein jüdifcher Staat auf Erden beftand, der als Gottesftaat mit feiner ganzen mächtigen Autorität die jüdifche Erziehung tragen follte und konnte. ln gefunden, wenn auch kurzen Perioden des erften Staates war Mamlecheß-kauhanim-w’gauj-kodaufch tatfächlich ftaatliches 1 Ssanta. 98 a (T’hil. 95 ז u. J’sch. 60 ״). 3 j. Peio I 1 רצונה היא כבודה.

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