Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2551369-2551405-2551407--1685-2553201- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2t tive Einstellung zur Thorah hat. Die Einheit des Judentums beruht auf der Thorah. Sieht das religiöse Gewissen, daß die Religion in schmerzvoller Knechtschaft sich befindet, so zieht es zwangsläufig hieraus die Konsequenz und befreit sich, wenn auch schweren Herzens, von den Ketten der Einheit des jüdisehen Volkes, die von vornherein nur aus der religiösen Einheit Israels und aus der allen Volksteilen gemeinsamen religiösen Ueberzeugung geschmiedet wurden . . .“ Obige Sätze, von mir aus dem Hebräischen übertragen, entstammen einem Aufsatz von Viktor Bauminger in Nr. 34 der — misrachistischen Wochenschrift Hathor, die in Jeruscholaim erscheint. Ueberschrieben ist der Aufsatz: ״Kenesseth Jissrael und Achduth Jissrael“. Sie sprechen für sich. Noch enthält der Aufsatz zwar nicht die Erkenntnis, daß der allgemeine Zionismus mit seiner blutlosen Abstraktion des ״Volkstums an sich“, wenn auch vielleicht mit gewissen — Sympathien für die Thorah begleitet, sich im Heiligen Lande als dem Lande unerbittlicher Bewährung zwangsläufig in Sozialismus und Revisionismus auseinanderlegen mußte. Aber schon ist ihm die ״Einheit des Judentums“ nicht nur der Idee, dem Sollen nach, sondern faktisch, jederzeit, untrennbar verknüpft mit der Einheit der Thorah, und schon mißt er an diesem Maßstab Kenesseth Jissrael. Es wetterleuchtet im Misrachi. VIII. Ohne Einheit ist der Aufbau des Nationalheims nicht denkbar. Nationale Einheit, wenn sie wirklich lebendig sein soll, läßt sich nicht künstlich konstruieren. Nur die Geschichte schafft nationale Einheit. Keine andere nationale Einheit hat die jüdische Geschichte geschaffen als die Einheit der Thorah. Wird sie zerstört, löst sich das jüdische Volk in streitende Bestandteile auf. Das heutige Bild des Nationalheims ist ein unwiderleglicher Beweis. Sieht man denn nicht die Gefahr, in der das Nationalheim schwebt? Will man warten, bis es zu spät ist? Ueppig wachsen im heutigen Nationalheim Wirtschaft, Parteien und Gesellschaft empor. In ihnen leben sich die zentrifugalen Volkskräfte aus. Das Organon fehlt, das die zentripetalen Kräfte zusammenfassen und zum Durchbruch bringen könnte. Sehen die Besonnenen aller ״Richtungen“ nicht ein, daß eine Jugend, die von vornherein teils sozialistisch, teils revisio-