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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
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\9 war die Thorah nicht ״Religion“, sondern nationale Konstituante. Er hätte den Kern von Kenesseth Jissrael bilden und auch in die Religionsgemeinschaft echtes und gesundes Leben gießen können. Aber gerade der Alte Jischuw, der die Religionsgemeinschaft in die nationale Thorahgemeinschaft hätte umzuwandeln vermocht, blieb Kenesseth Jissrael innerlich noch ferner als allgemeine Zionisten, Sozialisten und Revisionisten. Selbst diejenigen Teile des Alten Jischuw, die formell von der Möglichkeit des Austritts aus Kenesseth Jissrael keinen Gebrauch gemacht haben, stehen ihr mit vollendeter Gleichgültigkeit gegenüber. Kenesseth Jissrael hat sich niemals zu den Gesetzen der Thorah bekannt. Kenesseth Jissrael ist eine Religionsgemeinschaft ohne fest umrissene Religion, ohne eindeutig religiöse Bindung. Das zeigte sich sofort bei der Gründung. Wohl sämtliche Thorahlehrer des Heiligen Landes, die einigen Ruf besaßen, sprachen sich damals einmütig dafür aus, daß die Vorstände der Gemeinden von Kenesseth Jissrael und ihre sämtliehen sonstigen Organe thorahtreu, daß das Erziehungswesen von Kenesseth Jissrael thorahgemäß sein müsse und daß das Frauen- Wahlrecht gegen die Gesetze der Thorah verstoße. Die Verfassung von Kenesseth Jissrael ist über all diese rabbinischen Forderungen einfach hinweggegangen. Die Praxis von Kenesseth Jissrael erst recht. — Der Alte Jischuw, auch wo er schwieg, auch wo er nicht austrat, hat hieraus die unweigerliche Konsequenz gezogen. Er hatte Kenesseth Jissrael aus seinem Herzen ausgeschlossen. Den allgemeinen Zionisten, den Sozialisten und Nationalisten zuviel ״Religion“, den Thorahtreuen zu wenig ״Religion“: Wo sind die Herzen im Heiligen Lande, in denen Kenesseth Jissrael, Symbol der Einheit des jüdischen Volkes, heute wirklich thront? Das Nationalheim ist in Gefahr! VI. Nicht alle schwiegen vom Alten Jischuw. Allen voran erhob der unvergeßliche Rabbi Chajim Sonnenfeld s. A. den Schrei des gekränkten Gewissens. Der Mann, in dem das Bewußtsein der nationalen Einheit des Judentums wie ein loderndes Feuer brannte, der am neuen Nationalheim mit glühenden Hoffnungen hing, mußte aus innerstem Drang gegen Kenesseth Jissrael auftreten. Nicht ohne Erfolg. Kenesseth Jissrael, unwillig, den Zwang der Thorah auf sich zu nehmen, mußte auf Zwang überhaupt verzichten. Es gibt den Austritt aus Kenesseth Jissrael.

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