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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
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9 Öffentlichkeit sein, ״sowohl gegenüber den Deinigen, als auch gegenüber allen anderen". Weiteren deutlichen Spuren des Mutterrechtes begegnen wir in Gen. XXIV, 9 ff. Rebecka berichtet ihrer Mutter. Im folgenden Vers ist אהיה prägnant zu fassen: der mit dem Schutz beauftragte Bruder, denn wenn blob das Gefchwisterverhältnis zum Ausdruck gebracht werden sollte, dann hätte der Vers etwa gelautet: Es lief Laban, der Bruder Rebeckas etc.So ist es fast selbstverstündlich, dab die Beantwortung der Werbung in erster Reihe durch Laban vollzogen wurde und dab (Vers 50) der Vater Bethuel so- Zusagen als das fünfte Rad am Wagen eingeführt wird. Und es wäre auch ohne die Deutung des Midrafch Rabbah erklärlich, weshalb die Bitte um Auffchub des Abfchieds nur von Laban und der Mutter vorgetragen wurde. Auch das verstehen wir, warum Abraham denn eigentlich fürchtete, die Werbung möchte bei seinen Verwandten auf Widerstand stoben, denn es war immerhin ein Entfchlub, ein Kind aus der eigenen Sippe zu lösen und es in patriarchaliiche Lebensformen einheiraten zu lassen, namentlich wenn wir bedenken, dab Laban ein geradezu fanatifcher Vertreter des Mutterrechtes war. Ging er doch so weit, sogar die Kinder seiner Töchter für seine Sippe zu reklamieren. Ein zweites Kapitel. Die Vorzugsstellung der Frau und Mutter bewirkte es, dab diese auch dem Kinde den Namen gab. Nun gibt es einen fcheinbaren Widerspruch zwifchen dem ותקרא (Gen. IV, 25) und dem ויקרא (Gen. V, 3), da dort Eva, hier Adam als Namengeber des Set erfcheint. Es labt fich vermuten, dab die Thora hier die tatsächliche und vorbildliche Parität der Ehegatten zum Ausdruck bringen wollte. Schlieblich gipfelt ja der Gegensatz Mutterrecht-Vaterrecht stets im Anspruch auf das Kind. Je stärker das Animalifche betont wird, desto stärker die Geltung des Mutterrechts. Mutterrecht bedeutet pädagogifch gesprochen Zucht, Vaterrecht Erziehung. Ein wunderbarer Gedankenübergang vollzieht fich im Hause Jakobs. Zwar gibt die Mutter dem Kinde den Namen aber doch aus Erwägungen heraus, welche den Anfchauungen des Vaters entsprechen Und wie seltsam: kaum hatte Jakob wieder den Rückweg in die patriarchalifche Sphäre seiner Heimat gefunden, da finden wir, dab, nachdem Rachel ihrem Kinde einen Namen gab, der eine Beziehung zur Ewigkeit nicht enthielt, Jakob seinerseits den Namen änderte. Dab sein jüngstes Kind in der Gefchichte den Namen Benjamin trägt und nicht Ben Oni, wie es

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