Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 326 (sequence 48)
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326 Eine historische Erinnerung. In diesen Tagen kam uns durch günstige Umstände ein Manuskript von Rabbiner Hirsch זצ״ל in die Hand, das sich bei näherer Durchsicht als eine warme Empfehlung für die Förderung der Kolonie Petach Tikwa herausstellte. Bekanntlich ist heute gerade diese Kolonie die größte und, zu den anderen Kolonien in Beziehung gesetzt, die religiöseste des Landes. Wir haben weiter festgestellt, daß dieses hochinteressante Manuskript im März 1883 in der von Isaac Hirsch זצ״ל in Hannover, einem Sohn Rabbiner Hirsch’s, herausgegebenen Zeitschrift ״Der neue Jeschurun“ zum Abdruck gelangt ist. Man ist heute leicht geneigt, gerade Rabbiner Hirsch das Verständnis für eine kolonisatorische Tätigkeit im jüdischen Lande abzusprechen oder ihm gar die Meinung zu supponieren, als hätten wir untätig die Stunde der Erlösung abzuwarten und dürften inzwischen an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nicht teilnehmen. Wer da weiß, wie ungemein vorsichtig Rabbiner Hirsch in all seinen Empfehlungen war und wie sparsam er mit Worten des Lobes oder der Anerkennung umging, wird die Bedeutung des Schriftstücks richtig ermessen können. Die Schriftleitung. Frankfurt a. M.? 6. März 1883. Ein Kolonisationsunternehmen im heiligen Lande, dessen verdienstvoller Mitbegründer sich gegenwärtig hier befindet, ist auf so gesunden wirtschaftlichen und religiösen Grundsätzen begonnen, und hat bereits einen so erfreulichen Anfang genommen, daß es die Sympathie und tätige Förderung aller Freunde der jüdischen Sache verdient. Bereits im Jahre 1878 wurde durch die Herren David Gutmann und T. M. Salomon unter dem Namen Pesach Tikwa eine Kolonie in E m L e b e s bei Jaffa gegründet und1 später durch Ankauf eines größeren Komplexes von ungefähr einer deutschen Meile Länge und einer Viertel Meile Breite vergrößert. Anfangs schlossen sich diesem Unternehmen Mehrere aus Jerusalem an und1 bearbeiteten ihre erworbenen Strecken bis zum Eintritt des Erlaßjahres. Aus Mangel an Mitteln konnten sie aber die Kosten des Häuserbaus nicht bestreiten, gaben daher wieder das Unternehmen auf und verkauften ihr Eigentum wieder an die ersten Begründer. Von diesen hat aber nun eine neue aus vierzig Familien bestehende, mit den nötigen Mitteln versehene Gesellschaft aus dem europäischen Norden einen großen Teil des Bodens angekauft und sich verpflichtet, mindestens 40 Wohnhäuser auf dem Grunde der alten Stadt Jehud (Josua 19, 45) aufzuführen und sind! jetzt sowohl die ersten Kolonisten als auch die jetzige Auswanderungsgesellschaft durch ihre Bevollmächtigten eifrig tätig im Häuserbau und Anlegung eines Brunnens. Die Kolonie liegt in einer der anerkannt fruchtbarsten Gegenden des heiligen Landes in Mitten reicher Olivengärten in der Nähe des Dorfes Jehudi, das wegen seiner vorzüglichen Wasserbrunnen geschätzt ist und in ausgedehntem Maße Strohmatten für Export erzeugt. Der Boden wird durch den nicht unbedeutenden Audiehfluß