Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 325 (sequence 47)
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325 Franz Joseph I hat uns die Freiheit, hat uns das Recht, hat uns die Menschen- und Bürgerwürde wieder gesichert, Franz Joseph I, der Name wird mit Flammenzügen für immer in den dankbaren jüdischen Herzen leuchten. Wie wir diesen Dank durch eine weise, uns und Allen heilbringende Benützung des gewordenem Rechts, der gewordenen Freiheit allein würdig zollen können, das habe ich mir in meinem heutigen Rundschreiben auszusprechen erlaubt. Allein auch ein äußeres Denkmal dieses Dankes sollten wir gründen, ein Denkmal, würdig der hehren neuerlangten Güter, würdig des erhabenen gütigen Gebers, entsprechend den Erwartungen, in denen er sie gegeben, entsprechend den Gesinnungen, mit denen wir sie empfangen. Fürst und Vaterland erwarten, daß wir fortan unsere Jugend solchen das Staatswohl fördernden Erwerbsthätigkeiten zuwenden, welche uns bis jetzt versperrt gewesen, und das eigene Wohl fällt hier mit dem Wohl des Vaterlandes zusammen. Ackerbau und Handwerk, dem muß unsere Jugend fortan zugewendet werden, dafür laßt uns thätig sein und in diesem Sinne ein Denkmal stiften, das würdig sei, den gefeierten Namen Franz Joseph I zu verewigen. Laßt uns einen großartigen Fond gründen, um den Ackerbau und die Handwerke unter uns zu verbreiten, so großartig, daß er ein würdiger Ausdruck unseres Dankes sei, und wir die Erlaubniß zu erbitten wagen dürfen, mit dem Namen Franz Jose ph I unseren Fond zu verherrlichen und ihn Franz Joseph I Stiftung nennen zu dürfen. Dem weisen huldreichen Herzen unseres gütigen Monarchen wird dieser Dank der willkommenste sein. Die Ehrsamen Vorstände wollen daher sofort die Sammlungen für dieses Dankesdenkmal in den Gemeinden eröffnen, und möge unser begeistertes Dankgefühl diese Sammlung rasch zu einem solchen Ziele führen, daß wir recht bald mit einem großartigen Ergebniß desselben vor den Stufen des Thrones erscheinen können. Nikolsburg, den 13. März 1849. Hirsch, Oberlandes-Rabbiner.