Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 317 (sequence 39)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2551369-2551397-2551404--1641-2553156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
317 Piene - Defeciiv ~Schreibung. Von Rabbiner D r. Jacobs, Kreuznach. Wenn ich im folgenden versuche, über dieses Gebiet einiges zu sagen, so seien einige grundsätzliche Bemerkungen an den Anfang gestellt: Keine Sprache fdireibt gleiche Begriffe verschiedenartig. Wieder — wider, übersetzen — übersetzen (hier durch die Verfchiedenartigkeit der Betonung) gebet — Gebet und unzählige andere Beispiele lassen fich anführen, die das erhärten. Wieviel weniger kann es bei orientalifchen Sprachen im allgemeinen und der heiligen Sprache im besonderen sein, dab das Weglassen eines Buchstabens bedeutungslos wäre. Ich bin mir der Möglichkeit der Fehlerhaftigkeit und der Mangelhaftigkeit der vorliegenden Proben einer Arbeit, die das gesamte Tenach umfabt, wohl bewubt, glaube aber, dab gerade unser Kreis nicht das Recht hat, fich mit den Feststellungen der zünftigen Grammatiker abzufinden, sondern die Pflicht hat, den Versuch zu unternehmen, eines der Schwierigsten Sprachgebiete der heiligen Sprache anders zu erfassen, als allgemein versucht worden ist. Es kann nur gelingen, wenn man aus dem uns im Tenach vorliegenden Sprachfchatz die Probleme zu lösen versucht. Die heilige Sprache ist eine Sprache mit eigenen Regeln, mit eigener Wertung, mit eigenem Sprachgefühl, das nicht erkannt werden oder gar abgeleitet werden kann aus europäifchen Sprachen. Ich stelle im folgenden die Regeln auf, die fich bei der Bearbeitung ergeben haben. 1) def. geschriebenes Partizip Qal ist verbal, plene geschriebenes dagegen ist substantiviSch, bezeichnet die Dauer oder Intenfität. 2) fehlendes Jod des Hiphil ist franzöfiSches: laisser, Jod ist: faire. 3) def. Stamm des Substantivs bezw. Adjektivs bezeichnet eine Ein- Schränkung der dem Worte innewohnenden Bedeutung. 4) def. geschriebener Plural des Substantivs bedeutet Gleichheit oder Komplex, also beides Inhalte, die auf den ersten Blick als Einheit erscheinen, bei denen der Plural erst bei genauerem Zusehen erkennbar ist. Ich glaube nicht, dab das neue Erkenntnisse find, es läbt fich nachweisen, dab die Gemoroh die Bedeutung gekannt hat, die von mir getroffene Auswahl mubie auf den mir freundlich zur Verfügung gestellten Raum Rückficht nehmen.