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Nahalat tsevi · 1934-08-01 · Heft 11-12 (August 1934) · p. Seite 316

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 11-12 (August 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 316 (sequence 38)
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516 als Schickung Gottes. Das Mab der Besiandieile ist beim Stier, Widder und Schaf verfchieden. Indes die Bestandteile selbst find immer dieselben. Infolgedessen werden z. B. am Raufch Hafchonoh für das tägliche Opfer (= Tamid), für die Mubafim des Raufch Chaudefch und des Raufch Hafchonoh die gleichen Bestandteile zum Gubopfer dargebracht. Dies verleiht aber der Reihenfolge der Gubopfer eine besondere Note. Hatte doch der Tag, wie immer, mit dem Morgentamid begonnen und leuchtete aus seinem Gubopfer die Wahrheit hervor, dab wir an der Schwelle des neuen Jahres für unser Hoffen und Harren keine anderen Wünfche kennen als diejenigen, die im Vorjahre am Altäre ihren Ausdruck gefunden. Was aber alltäglich morgens und abends beim Tamid, somit in kurzer Zeitspanne, immer aufs neue zur Darstellung gelangte, gewinnt heute eine für einen Monat ausreichende geistige Spannkraft — denn heute ist Raufch Chaudefch, und dann wächst der gleiche Gedanke, um den weiten Kreis eines vollen Jahres zu umspannen — denn heute ist zugleich Raufch Hafchonoh. So lernen wir die bedeutsame Lebensregel, uns zunächst mit der Genügsamkeit zu stählen, die fich von Morgen bis Abend und von Abend bis Morgen zu befcheiden weib. Dann aber erweitert fich der Kreis, gibt Raum für weitergesteckte Hoffnungen und Ziele; wir überfcfaauen im Geiste die Ebene eines vor uns liegenden Monats, um für alles, was wir von ihm erwarten, von Anbeginn den Gedanken zu hegen, dab wir genau wie beim Alltag auch im Zyklus des Monats nur solch eine Existenz, solch einen Wohlstand und solch ein Glück erstreben, die vor Gottes Angeficht zu bestehen vermögen. Und fchlieblich vollenden fich die Monde zum Jahre, und auch das Jahr mit der Fülle der Möglichkeiten, die es für unser Gedeihen in seinem Schöbe zu bergen vermag, lehrt uns, jene Güter nur in gottgefälligem Sinne zu erflehen. Und von der ragenden Höhe der Jahresfchau treten wir im Abendtamid wieder in das Gefilde des Alltags, um uns mit dem beseligenden Entfchlusse zu durchdringen, an jedem Tage des beginnenden Jahres in der Schlichtheit des Alltags die Begeisterung zu bewahren, die wir im Doppellichte des Raufch Chaudefch und des Raufch Hafchonoh gewonnen.

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