Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 297 (sequence 19)
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297 Jedoch glauben wir annehmen zu dürfen, daß hi thoratreuen Kreisen von jeher das Bestreben vorhanden war, in Erez Jisroel weilen zu dürfen. Viele Motive sprechen da mit. Man diskutiert den מצוה Charakter nicht, etwa so wenig, wie man die Liebe zu Vater und Mutter erst zu konstruieren für notig befand. Der Thedaismus nun, um zu unserem eigentlichen Thema zurückzukehren, ist etwas anderes als die Erfüllung selbst der als gegeben vorausgesagten מצוה• Er ist bedingungslos. Er ist die Bejahung des Galuthbewußtseins. Was der Verfasser als Ungeschichtlichkeit anspricht, ist eben das Fehlen dieses Bewußtseins. Wir meinen nicht in den Erscheinungsformen der materiellen Not; 1m Gegenteil, diese würden lediglich, um einmal auch mit Nordau zu sprechen, das Suchen Erez Jisroels als eines Nachtasyls erzeugen. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir folgendes in die Seele des Verfassers hineinlesen. Gerade weil er zum tiefen Schmerz wahrnahm, wie sehr infolge einer grundverkehrten Auffassung der Balfourdeklaration und ihrer Konsequenzen sich eine heillose Ungeschichtlichkeit in Palästina breit macht, wie so ganz bei einem großen Teil der Einwanderer das Galuthbewußtsein geschwunden ist, schuf er den Thedaismus, um wenigstens außerhalb Palästinas die Erkenntnis von der wirkliehen Bedeutung des Golahzustandes anzubahnen. Und darin ist nur ein neues Wort gefunden, was seit dem מהרה des R. Jochanan ben Sakkai Inhalt des Träumens, Höffens und Wollens der Besten war. So wunderbar nennt dies Kusari I (5, 27) תכלית הנוסף zielsetzende Vollendung des Sehnens. Die Thoratreue war nie ungeschichtlich. Was den Verfasser von Kusari I und Kusari III vom Zionismus unterscheidet — das ist viel, das ist alles — das ist die Einstellung zum Galuth, die Ahnung vom Wege des Allmächtigen durch die Geschichte der Juden, durch die Geschichte der Menschheit. Nun ergab sich für den Verfasser das erdrückende Problem, ob die Balfour-Deklaration ein Markstein an diesem Wege ist. Er bejaht es, andere wiederum sagen, es wäre die größte Versuchung, die ein Erez Jisroel ohne Messias vortäuscht. Eine Analogie fände sich dann, wenn wir die Einstellung der Führer ihrer Zeit zu den Versuchen von Julian Apostata kennen würden. Allein die Quellen aus dieser Periode fließen außerordentlich dünn. Schon die Tatsache, daß im jüdischen Schrifttum die ganze Epoche, bedeutsam trotz ihrer Kürze, vollkommen mit