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Nahalat tsevi · 1934-08-01 · Heft 11-12 (August 1934) · p. Seite 295

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 11-12 (August 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 295 (sequence 17)
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295 Kusari III. B. Der Thedaismus. Das also ist des Pudels Kern. So ungefähr dürfte jeder denken, der das Buch gründlich gelesen und in sich aufgenommen hat. Wer des Verfassers frühere Werke kennt, dem dürfte dieser Gedankengang nicht neu sein. Wir betonen das, um dem Vorwurf zu begegnen, als ob diese liebende Hingabe an Erez Jisroel erst jetzt aus der augenblicklichen Not der Zeiten geboren sei. Nein, geboren ist der Thedaismus in einer äußerlich sehr glückliehen Zeit aus der Galuthnot überhaupt. Es ist die Hebung des dem gläubigen Judentum alltäglich im zwölften Glaubensartikel gesagten Bekenntnisses עם כל זה אחכה לו (trotzalledem hoffe ich auf ihn (seil, den Messias) aus der Welt der Erwägungen und Empfindungen in den Bereich der Tat. Die eigenartige Wortbildung Thedaismus ist eine Zusammenstellung der Abkürzung des Gefüges: Thora im derech erez Jisroel. Vielleicht wäre es durchsichtiger und einfacher zu sagen, derech erez Jisroel im Thora, der Weg nach Erez Jisroel mit der Thora, das Sein in Erez Jisroel im Einklang mit der Thora. Denn das ist ja schließlich Sinn und Ziel der Thedaisten. Sicher bedeutet diese Konstruktion — sprechen wir einmal talmudisch — lediglich eine אסמכתא. Denn die Quelle dieses ״Thora im derech erezu hat an den Thedaismus als Interpretation sicher nicht gedacht. Ebenso sicher hat Rabbiner Hirsch bei seiner programmatischen Erklärung dieses Satzes nicht den Thedaismus im Auge gehabt. Doch ergibt sich folgender Parallelismus. Hirsch hat das Schema gefunden, wie die Forderung des Tages im Rahmen des Thorawollens erfüllbar ist. Sein Erbschüler vollzieht dies gegenüber dem Komplex, in welchem er die Forderung des jetzigen Augenblicks erblickt. Es ist nun vielleicht möglich, diesem Thedaismus eine Deutung zu geben, mit welchem auch die Kreise sich abfinden könnten, welche dem aktuellen Palästinaproblem gegenüber eine etwas andere Stellung einnehmen (vgl. später) als der Verfasser. Es knüpft sich diese Möglichkeit an das tiefgründige מהרה des R. Jochanan ben Sakkai, also immittelbar an den Beginn der jetzigen Galuthperiode an. Dieser Führer hat bestimmte, in diesem Zusammenhang nicht näher zu erörternde Einrichtungen unter der Erwägung getroffen, bald, morgen, heute könnte der Tempel wieder erstehen, und dann sollten die Menschen nicht dem Irrtum ver-

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