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Nahalat tsevi · 1934-08-01 · Heft 11-12 (August 1934) · p. Seite 292

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 11-12 (August 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 292 (sequence 14)
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292 weit am meisten entgegenhalten, ist der Vorwurf, daß sie zeitgeboren sei, daß sie einer Epoche gerecht werden wollte, in weleher die Welt die Juden rief, daß sie aber versage in unseren Tagen, in welchen die Welt die Juden von sich weist. Sein ״Thora im derech erez“ sei eine Konzession an die Periode gewesen, in der die ״Kultur“ sich gewaltsam den Juden aufdrängte etc. etc. Kusari III sucht nun den Nachweis zu erbringen, daß gerade die Thoratotalität diese Stellungnahme erheischte. Hier ist jedoch der Platz für eine gründliche Abrechnung mit einem bestimmten Einschlag der gegnerischen Argumente. Da klingt so oft — vor Tische las man’s anders — eine etwas hämische Bemerkung durch, als ob Hirsch eine bewußte Preisgäbe jüdischer Eigenart gepredigt hätte und ein bewußter Pionier der Assimilation gewesen wäre. Des weiteren spitzt sich die Behauptung dahin zu, daß es speziell die ״deutsche Kultur“ gewesen sei, welche bestimmend auf Hirsch eingewirkt hätte. Setzen wir nun einmal den Fall, ein Hirsch wäre im Lande Voltaires, im Lande Dantes, im Lande Shakespeares geboren worden und hätte dort den Kampf mit der Reform auf nehmen müssen. Was wäre anders gewesen? Was heißt denn das? War denn jemals die Thoratreue wissensfeindlich? Diese Fabel sollte endlich einmal zerstreut werden. Selbst die so viel umkämpfte, so viel mißverstandene Entscheidung des Raschbo hat nur das durch eine Altersgrenze zum Ausdruck gebrachte Primat für das Erlernen der Thora verlangt. Als nun die Emanzipationszeit und der moderne Schulzwang diese Altersgrenze unmöglich machten, da trat Hirsch vor seine Zeit, um theoretisch und praktisch den Beweis zu erbringen, daß die Aneignung profanen Wissens wohl vereinbar ist mit dem Festhalten an Thorawissen mit lückenloser Bewährung des Thorawollens. Das hat gar nichts mit der Eigenartigkeit der deutschen Kultur zu tun, wobei wohl auch einmal die Klammerbemerkung gestattet sein möge, daß alles wirklich Gute, was je nationale Kulturen erzeugt und geschaffen haben, ohne weiteres Gemeingut der Menschheit wird. Man könnte — abgesehen von rein wissenschaftlichen Momenten — im Leben, Wollen und Wirken von S. R. Hirsch ebenso die Quellen für Auseinanderlegung mit Moliere und Voltaire, Shakespeare und Thackeray, Dante und Macchiavelli finden, wie für die mit Schiller, Goethe und Kant. Wenn ein Erbschüler dieses Mannes, wie der Verfasser von Kusari III, die Linie zu Kant, Schopenbauer und Bergson zeigt, so ist das eine geradlinige Interpreta-

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