Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 291 (sequence 13)
- Belongs to
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29i Das Buch hat Aufsehen erregt, mit Recht. Groß in der Konzeption, geistreich und wortgewandt, scharf und ehrlich. Indem wir uns Vorbehalten, auf Einzelheiten in einem anderen Zusammenhang zurückzukommen, möchten wir heute Ziel und Zweck des Kusari III beleuchten, denn das Buch verdient wirklich mehr als eine Waschzettelrezension. Das haben auch die ideologischen und religiösen Gegner des Verfassers erkannt, und man muß schon sehr weit zurückgehen, um einen ähnlichen Vorgang festzustellen. Es mag sein, daß die Gereiztheit dieser Rezensenten darauf zurückzuführen ist, daß dieses Buch zeitlich mit der großzügigen hingebungsvollen Propaganda zusammenfällt, welche der Verfasser für einen thoragemäßen Aufbau Palästinas entfaltet und bei der er, viel schärfer, als es im Buche geschieht, mit der Ideologie des Zionismus abrechnet. Aber im Handumdrehen hat sich die Polemik verschoben; Buch und Besprechung stellen sich in dieser Beleuchtung als ein Kampf um das Erbe von Samson Raphael Hirsch s. A. dar. Nun, etwas müssen wir voraussenden. Wer so heiß umkämpft wird, der ist wahrlich nicht gestorben, nicht ״überwunden“. Der Verfasser selbst führt ja aus, daß in seiner eigenen Gemeinde das Erbe ihres Gründers nicht von allen verstanden, von wenigen erfaßt, von noch weniger Menschen in seiner Reinheit gelebt wird. Das aber ist kein Beweis gegen die Güte und Lebenskraft dieses Erbes. Es ist das Schicksal der Größten, schwächliehe Epigonen zu haben, Doch auch hier zeigt sich oft eine Kurve mit aufsteigendem Zweige, in welchem Gedankengänge, die man für überwunden und überholt erachtet hatte, zu neuem Leben erweckt werden. Schon die Tatsache, daß unsere Zeit sich wieder ernst mit den Gedanken in Samson Raphael Kirschs זצ״ל Leben und Wirken auseinandersetzt, zeugt von seinem Leben Man begegnete schon früher häufig dem Fehler, daß man das Erbe dieses Kämpfers hübsch systematisch in die Frage der Gemeindeverfassung und die der Stellung des Judentums zur Kultur der Umwelt sonderte. Das war und ist ein Irrtum. Man sollte beiden Belangen die Ueberschrift geben: Kompromißlose Thoratotalität! Zu dieser Totalität gehört aber auch Stellungnähme zu all den Auffassungen, welche im Rahmen der Tradition Jahrtausende bei dem Lesen und Leben in der Thora an den Tag gelegt haben. Dasjenige nun, was die Gegner der Hirschischen Gedanken-