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Nahalat tsevi · 1934-08-01 · Heft 11-12 (August 1934) · p. Seite 286

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 11-12 (August 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 286 (sequence 8)
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286 mus ist nicht das gleiche, so wenig etwa Zionistische Organisation und Zionismus sich decken. Die Organisation ist nur der Körper. Der Agudismus ist der Geist, der diesen Körper beseelen und seine Betätigungen lenken soll. Hat nun unsere Welt- Organisation einen eigenartigen Geist, der uns das Recht gibt, überhaupt von Agudismus zu sprechen? Nicht jede Organisation kann von sich sagen, daß sie das Gefäß eines eigenartigen Geistes sei. Eine Organisation, die bestimmten praktischen Zwecken dient, braucht keineswegs einen besonderen Geist zu haben. Eine Weltorganisation etwa, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, überall für Kaschruth zu sorgen, die Lehrstätten der Thora zu unterhalten, die Angriffe auf das Judentum abzuwehren: der Geist einer solchen Weltorganisation unterscheidet sich in nichts von dem Geist, der jeden guten Jehudi beseelt, und es besteht kein Anlaß, diesen Geist durch ein vom Namen der Weltorganisation abgeleitetes Beiwort besonders zu charakterisieren. Von Agudismus, von agudistischem Geist kann nur gesprochen werden, wenn Agudas Jisroel mehr ist als die Summe ihrer Aufgaben und Leistungen; wenn ihr eine Idee zugrunde liegt, die sich selbst für den guten Jehudi nicht ohne weiteres von selbst versteht; wenn sie das Organ ist einer über ihren jeweiligen faktischen Stand weit hinausgreifenden zielbewußten Bewegung. Es ist ungemein lehrreich, festzustellen, wie ganz allmählich sich erst eine solche agudistische Idee und ihr entsprechend eine agudistische Bewegung entwickelt hat. Man darf sogar sagen, daß wir selbst heute noch mitten in dieser Entwicklung stehen. Die in der Satzung der Agudas Jisroel enthaltene Zweckbestimmung und der darin umschriebene Aufgabenkreis offenbart keineswegs den agudistischen Geist. Ein guter Jehudi kann eigentlich dieser Zweckbestimmung oder diesem Aufgabenkreis Bedenken entgegenstellen. Allenfalls könnte man noch behaupten, daß etwa die Forderung der Unabhängigkeit der Organisation, ihre Ablehnung, Teil einer allgemeinen, der Thoraherrschaft nicht unterstellten Gemeinschaft zu sein, ein gewisses charakteristisches Merkmal sei, das man mit Agudismus ansprechen dürfe. In der Tat glauben auch Agudisten in dieser Forderung das Wesen des Agudismus erblicken zu sollen. Da aber die agudistische Weltorganisation in ihrem faktischen Stand der Forderung nach Unabhängigkeit durchaus entspricht, wäre

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