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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 265

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 265 (sequence 47)
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265 und letzten Mal, daß Gauj-Kodaufch und Kauhanim vorangehen und (unter noch mehr herabgemilderten, ausftattungsarmen Verhältniffen) fich die Staatlichkeit verdienen. Nun ift aber für Menfchen die Setzung eines Inhaltes ohne Form, die Bildung einer fakiifchen Gemeinfchaft ohne konßitutive Zentralinfianz nicht möglich. Diele gemeinfchaftformende Inftanz fehlt tatfächlich auch heute nicht. Es iß die Tauro, Gottkönigs formulierter Wille, das Recht feines Staates. Freilich - ein Recht ohne Arm. Mit dem Schwinden irdifdier Macht hörte auch jeglicher Zwang auf. So wird die gottesvolkliche Arbeit zu einem Akt völliger Freiheit und Freiwilligkeit. An Stelle der Staatsgewalt trat - Selbfterziehung. Hier wurzelt die Gefahr, daß der religiöfe Egoismus, an fich gefund und unentbehrlich, feine gebotenen Grenzen öberfpringt und meint, es habe jeder nur für fich zu forgen, fodaß das Bewußffein von der Gemeinfdiaftsaufgabe verloren geht. Und das darf doch nicht fein. War denn der Staat nur Zwang und Bindung gewefen, alfo daß aus feinem Untergang ein Recht gefolgert werden dürfte auf unbefchränkten religiöfen Egoismus? Bedeutet nicht Gottesftaatlichkeit unfer ganzes Wefen? Gottesftaatsvolk zu fein, ift höchfte und wahrße jüdifche Lebensform überhaupt und als folche nicht nur die Wehmut unferer Vergangenheit und die Hoßnung unferer Zukunß, fondern für jede Gegenwart bleibendes Erziehungsziel und unabänderliche Bewährungsaufgabe. Alfo heißt denn die gottesvolkliche Aufgabe diefes Goluß - und nur das macht die Trauer um den zerßörten Staat finnvoll —: uns und unteren Kindern freiwillig die Befähigung zur einßigen Goitesvolksßaatlichkeit erwerben und erhalten. In unermüdlicher Selbfterziehung und durch treue Gemeinfehaß der J’rei'im find Rechthaberei und Sinnlichkeit und Habfucht zu überwinden, um das leibliche Dafein nach den in Anwendung verbliebenen2 Chukkim und Mifchpotim erfolgreich zu geftalten; find Aniwuß und P’rifchuß und Chaßiduß zu pflegen, um der Gott fliehenden Seele den Ausblick und Anfiieg zu Jir’o und K’dufcho und — Ruach hakkaudefch zu ermöglichen. Jißroeil in diefem Golus ift eine Erziehungs- und Bewährungsgemeinfehaß für den dritten Gottesßaat. In jener Zeit der Wiedervereinigung von König, Volk und Land - wie wird da alles fein! War fchon das Wunderwirken der erften Sch’chinonähe von unbefchreiblicher Segensfülle und Wonne * s. V 1118 Ssif.; Kid. 36 b ff.

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