Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 249 (sequence 31)
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249 nach Palästina gelenkt haben. Durch diese Einwanderung spanischer Juden gewann das sephardische Element des Jischuw an Zahl und Bedeutung. Es sind daher vorwiegend sephardische Männer gewesen, die die geistigen Führer und auch die Leiter der neuen ישיבות gewesen sind. R. Jakob Berab, der große ר' לוי בן חביב, in Saffed ר יוסף קארו, der Verfasser des .שלחן ערוך ד יעקב בירב wollte in ארץ ישראל wieder die Institution der סמיכה einführen, wonach nur solche Gelehrte in wichtigen Fragen religionsgesetzliche Entscheidungen treffen durften, die von einem hierzu bestimmten Kollegium bestimmt worden sind. Der Plan scheiterte allerdings an dem Widerstande der anderen Gelehrten, die einem solchen Kollegium die Kompetenz hierzu nicht zusprechen wollten. Die messianischen Strömungen der damaligen Zeit, die gerade viele Gelehrte veranlaßt hatte, nach Palästina zu gehen, brachte es mit sich, daß die dortigen ישיבות der Kabbala, bezw. der Beschäftigung mit ihr sehr zuneigten. Hier finden wir daher später auch die Koriphäen der Kabbala zusammen: R. Chaim Vital Calabrese, R. Isak Lurie (3(ר״י• Jesaja Horovitz, der Verfasser des שלה u. a. m. In der Hauptsache nahm jedoch die Thora die Richtung nach dem Nordosten Europas. Die Juden Deutschlands waren in großer Zahl nach Polen ausgewandert, um sich dort, im unwirtlichen Osten, eine neue Heimat aufzubauen. Sie fanden sie dort wohl, aber es war wieder bloß eine stiefmütterliche Heimat, die sich ihnen dargeboten. Die Polenkönige, die die deutschen Juden in’s Land gerufen hatten, wollten ihnen wohl, wenn auch im Interesse des Landes, Gerechtigkeit widerfahren lassen. Der Bürgerschaft des Landes jedoch, der Kaufmannschaft und den Zünften sind die neuen Ankömmlinge umso verhaßter gewesen, weil sie die Bürgerschaft durch ihren Fleiß, durch durch ihre Nüchternheit und durch ihre reichen Erfahrungen auf dem Gebiete des Handels weit überragten. — Man ist im Allgemeinen geneigt, die Lage der Juden in Polen in jener Zeit als eine recht günstige hinzustellen. Doch ist es damit, wie aus der kurzen Dar- Stellung der Geschichte der Juden in Polen von Dr. Israel Friedländer im Jeschurun Jahrg. 1917 und 1918 ersichtlich, keinesfalls so gewesen. Einzig und allein die Könige Polens sind es gewesen, die einiges Verständnis für die traurige Lage der Judenheit bekundet und die sich überdies von deren Zuzug einen Vorteil für das Land versprochen haben. Der Bürgerstand ist ihnen jedoch stets sehr feindlich gesinnt gewesen und hat es sehr gut