Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 245 (sequence 27)
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245 wogenden Kampfe der Mohammedaner und Christen kaum die Rede sein — sehr gut genutzt. Dieser Zeit der Ruhe war die Blüteperiode zu danken, die die spanische Judenheit Jahrhunderte hindurch zu verzeichnen hatte, und welcher die Judenheit aller Länder und aller Zeiten unendlich viel zu danken hat. Die spanischen Schulen sind zweifellos von den babyloni־ sehen מתיבתות beeinflußt gewesen, die ja Jahrhunderte hindurch in allen Ländern der Diaspora eine dominierende Stellung eingenommen hatten. Mit dem Vordringen des Islam nach Spanien haben die Juden der moslemitischen Länder eine gewisse Einheit gebildet, ein Umstand, der gewiß nicht ohne Einfluß auch auf die Gestaltung der geistigen Dinge geblieben ist. Wir wissen, daß R. Samuel Hanagid in Granada auf dem Wege über Kairuan in enger Beziehung zu den beiden Gaonaten, besonders zu dem zu Pumbeditha, gestanden hat. Die Mittler dieses regen geistigen Verkehrs zwischen Spanien und Babylon sind die Männer gewesen, die im 10. Jahrhundert in Nordafrika gelebt und gelehrt haben. Nordafrika ist auf dem Wege von Babylon her Etappe gewesen, nicht bloß für den immer weiter vordringenden Islam, sondern auch für die Thoragelehrsamkeit. Die Juden waren in großer Anzahl von Nordafrika gekommen und es dauerte nicht lange, daß auch da eine bedeutende מתיבתא erstand. Rabbi Chuschiel, einer der 4 Gefangenen hat diese Schule zu Kairuan zu großer Blüte gebracht. Aus dieser Schule ist auch R. Jizchok Alfasi (ריף) hervorgegangen. Wenn wir ferner bedenken, daß Alfasi’s Schüler, R. Joseph Iben Migasch der Lehrer des großen Maimonides gewesen ist, so ergibt sich daraus, wie groß die Bedeutung dieser nordafrikanischen Schule für Generationen hinaus gewesen ist. Von diesen Kreisen Nordafrikas ist nunmehr das geistige Streben der Judenheit Spaniens noch mehr beeinflußt gewesen, als von ישיבות בבל Persönlichkeiten wie R. Chuschiel und sein noch größerer Sohn R. Chananel haben weit über die engeren Grenzen ihrer nunmehrigen Heimat hinaus ihre Wirksamkeit erstreckt. Von hier und — durch die ד׳ שבוים — von Italien führen mm die Fäden nach den übrigen Ländern der sich immer weiter ausdehnenden Diaspora. Von Nordafrika ging es weiter nach Südfrankreich und Spanien, während Westdeutschland den ersten Antrieb zu geistiger Betätigung von Italien her erhalten sollte. So bildeten sich die verschiedenen Gelehrtenkreise in diesen Ländern, so die חכמי ספרד ופרובנצא, später