Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 244 (sequence 26)
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244 man heischte Belehrung dort, wo man sie leichter erreichen konnte. Und man hat sicherlich in weiten Kreisen auch der nichtbabylonischen Judenheit mit schmerzvollem Bedauern den Verfall des Gaonats — einstmals eine glanzvolle und im geistigen Sinne gesprochen mächtige Institution — kommen sehen. Dieser begreifliche Schmerz über den Untergang von Lehrstätten, die in gewissem Sinne als die Fortsetzung der großen מתיבתות in ארץ ישראל zur Zeit der תנאים ואמוראים gegolten haben, konnte jedoch die Entwicklung der Dinge nicht aufhalten. Die westliche Judenheit emanzipierte sich — zum Teil gegen ihren Willen — von den ישיבות בבל und wandte sich den ihr näherliegenden Lehrstätten zu. Die Hochschulen Babyloniens, früher der Stolz und die Freude der gesamten Judenheit, schrumpften immer mehr zusammen und gingen der sicheren Auflösung entgegen, der sie schließlich i. J. 1040 endgültig anheimgefallen sind. An uns ist es nun, den Weg zu verfolgen, den die Thauro genommen hat, nachdem die beiden großen מתיבתות ihrePforten schließen mußten. Aus dem Berichte des ס׳ הקבלה über die 4 Gefangenen ersehen wir, daß in Spanien schon Schulen bestanden haben, als R. Mosche und sein Sohn R. Chanoch nach Cordova verkauft worden sind. Dasselbe läßt sich sicher auch von Südfrankreich־ Provence sagen. Mit Staunen lesen wir da, daß die Gelehrten Cordova’s einem ihnen bisher völlig fremden Manne willig die Führung überließen und an die Spitze der Schule stellten. War dieser Schritt doch nur aus dem richtigen Gefühl getan, daß die Leitung durch eine solche Persönlichkeit für das Gedeihen der Schule von größter Bedeutung sein mußte, so zeugt er doch von seltenem Opfersinn und von klarer Erkenntnis für die Forderung der Stunde. Seit wann es in Südspanien und in der Provence ישיבות gegeben hat, läßt sich kaum feststellen. Es ist wohl mit Sicher-: heit anzunehmen, daß bald, da jüdische Ansiedelungen in diesen Ländern sich gebildet hat, sie dazu geschritten sind, der Thora Stätten zu errichten. In Spanien sind die Verhältnisse besonders zur Zeit der islamitischen Herrschaft günstig auch für die geistigen Bestrebungen der Juden dadurch gewesen, daß in dieser Zeit ihre politische und auch wirtschaftliche Lage als eine relativ gute bezeichnet werden kann. Und man muß es den spanischen Juden lassen. Sie haben die Zeit der relativen Ruhe — denn von absoluter Rehe konnte bei dem hin- und her־׳