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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 240 (sequence 22)
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R. Scherira5 und R. Hai5 eine stärkere Gewähr für den Portbestand der Schule hätte bieten müssen. Wenn es auch hier nicht anders gekommen ist als in Sura, so lag es nicht oder es lag nicht allein an der inneren Schwäche der Schule. Die beiden Schulen hätten sich trotz mancher Rivalitäten unteremander durch ihr großes Ansehen und ihre zweifellos große Bedeutung für die Diaspora weiter halten können. Aber Sura sowohl wie Pumbeditha mußten gewissermaßen einem Naturgesetz weichen. Der Anstoß zu diesem großen und folgenschweren Schritte ging nicht von den babylonischen Juden, ja überhaupt nicht von jüdischer Seite aus. Es zeigte sich in recht auffälliger Weise — ein Umstand, der wie ein roter Faden die Geschichte der Judenheit seit dem Beginne der Diaspora durchzieht — ihre Abhängigkeit von dem Tun und von dem Schicksal der Völker, in deren Mitte sie sich befinden. Auch in Babylon ging der mehrfache Wechsel in der Herrschaft des Landes nicht spurlos an dem Schicksal der Juden vorbei. Wenn auf die iltpersische Herrschaft die parthische folgte, diese hinwieder von den Neupersern abgelöst wurden, so hatten die Juden des Landes licse Veränderungen, die doch immer mit größeren Erschütterungen verbunden gewesen sind, von erster Hand zu fühlen. Der Talmud weiß von so manchen Stürmen zu berichten, die bei solchen politischen Veränderungen über die Juden Babylon’s dahingebraust sind. Nicht anders war es, als um die Mitte des 7. Jahrhunderts der junge, tatendurstige und fanatische Islam kam und den morschen Thron der neupersischen Dynastie stürzte. Es war nicht leicht, all diesen furchtbaren Stürmen standzuhalten. Die Schwierigkeiten, mit welchen die Schulen in der Periode der Geonim zu kämpfen hatten, gingen vielfach auf die Erschütterungen zurück, die die neue ungestüme Herrschaft der Mohammedaner mit sich gebracht hat. Die Unduldsamkeit der neuen Machthaber mochte es den Juden geraten erscheinen lassen, sich nach neuen Wohnsitzen umzusehen. Die Gelegenheit hierzu ward ihnen durch die Mohammedaner selber geboten. Von hier, vom Osten, zogen diese nämlieh aus, um weitere Eroberungen zu machen und dem Islam weitere Gebiete zu erwerben. Der Zug der Eroberer ging westwärts. Er ging die nordafrikanische Küste entlang, berührte auch Süditalien und erstreckte sich schließlich auf einen großen Teil der iberischen Halbinsel, bis ihm schließlich am Ebro Halt ge-

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