Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 239 (sequence 21)
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230 schwung genommen. Es standen nämlich in dieser Zeit Männer an ihrer Spitze, die eine große Anziehungskraft auf Gelehrte und Schüler ausübten und das Ansehen der Schulen auch nach außen hin gehoben haben. In Sura wirkte der große Gaon R. Saadia, dessen hohe Bedeutung von aller Welt anerkannt worden ist. Daß die Wirksamkeit einer solchen Persönlichkeit sich für die suranische Schule nicht nachhaltiger geltend gemacht hat, lag zum großen Teil an dem unglückseligen Gegensatz, der zwisehen dem Gaon und dem damaligen Exilarchen David C. Sakai viele Jahre hindurch geherrscht hat. Es fanden sich schließlich angesehene Persönlichkeiten, die sich um die Schlichtung des Streites bemüht und eine Aussöhnung der beiden Männer bewirkt haben, die die höchsten Stellen einnahmen, die das Judentum der damaligen Zeit zu vergeben hatte. Inzwischen war aber viel kostbare Zeit verloren gegangen und die Kraft R. Saadia’s, die der Schule so bitter nottat, war durch den langwierigen Hader und durch die Folgen, die er mit sich brachte, gebrochen. Sein früher Tod bedeutete für die von ihm geleitete Schule zu Sura einen Verlust, von dem sie sich nie mehr erholen konnte. Beinahe gleichzeitig mit Sura mußte auch ihre Schwesteranstalt, die מתיבתא zu Pumbeditha, ihre Pforten schließen. Und auch diese Schule hatte gerade im letzten Jahrhundert ihres Bestandes Männer an ihrer Spitze, die den alten Glanz der Schule wieder hergestellt und ihren Namen in allen Ländern der Diaspora wieder zu Ehren gebracht haben. Es waren der Gaon R. Scherira und sein großer Sohn, der Gaon R. Hai, die in diesem Jahrhundert die יש״בת פומבדיהא geleitet haben. Von überall wandte man sich in allen schwierigen Fragen an sie und heischte ihre Belehrung und Entscheidung. Die uns erhaltenen llesponsen- Sammlungen der Geonim zeigen uns diese beiden Männer, Vater und Sohn, als die Lehrer der ganzen Diaspora. Aus den fernsten Ländern wandte man sich an sie und sofern die Möglichkeit hierzu durch die schwierigen Verkehrsverhältnisse nicht gegeben waren, suchte man es auf Umwegen zu bewerkstelligen. So bildete der berühmte Gelehrte R. Jakob b. Nissim in Kairuan das Bindeglied zwischen der pumbedithanisehen Schule einerseits und dem bedeutenden Gelehrten R. Samuel Hanagid in Granada andererseits. R. Samuel teilte seine Anfragen dem R. Jakob mit, der in regem geistigen Verkehr mit den Leitern der babylonischen מתיבתות stand. Man hätte doch meinen können, daß die Blüteperiode Pumbeditha’s während der Wirkungszeit