Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 238 (sequence 20)
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238 Civilisation Europas dürfte nur fchriftweise von Arabern und Juden gemeinsam unternommen werden. Ein zweites Tel-Aviv bei Rabbath Amon wäre undenkbar. Die heutige Entwicklung Trans- Jordaniens ist, wie man es nennt, primitiver, sie hat einen starken religiösen Grundzug. Jüdifche Menfchen, welche Landnot in dieses Gebiet führen würde, müßten Gottesferne meiden. Hier wäre ein Punkt, an dem Aguda und Misrachi gemeinsam arbeiten könnten. Es will ja in diesem Land, das nicht den Normen der Balfour- Deklaration unterworfen ist, weniger besagen, was die zionistifche Organisation will, es wäre ein Siedlungsland wie Amerika oder Brasilien. Aber diese beiden Organisationen müßten in der Auswähl der Menfchen vorsichtig sein. Ist Palästinas jüdifche Siedlung leider mehr oder weniger unter das Fach der linksgerichteten Histadruth hoawodah gezwungen, so müßte dort eine vollkommen religiös orientierte Siedlung in die Wege geleitet werden. Wenn man ferner in Transjordanien die Stelle sieht, von welcher aus die Befriedung zwifchen Arabern und Juden ausgehen könnte, so erhebt sich der Zweifel, was besser ist, gefchlossene Siedlung, wie in Palästina, oder das Anstreben gemifchter Bevölkerung. Man könnte darauf hinweisen, daß im Irakgebiete das letztere System sich von jeher bewährt hat. Wer weiß, ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, an dem dieses in der jüdifchen Gefchichte so problematifche Land Transjordanien vor der Erfüllung der Prophezeiung steht, welche alte Kunde, im Targum Jerufchalmi zu N. XXXII, 3 wiedergegeben, an dieses Land knüpft. Dort heißt es ״Königskrone und Königsgewand". Jenseits des Jordan wurde einst unmittelbar nach Eroberung des Landes durch Moses der Thorabund erneuert. Es könnte sein, daß wieder einmal die jüdifche Gefchichte vor der Tatsache steht, daß jenseits des Jordan Thorageist jüdifche Kinder die Lebensbahn weisen wird, und daß von dort aus Ruhe und Frieden über den Jordan getragen wird, ins heilige Land. P. K. Aus der Geschichte der ישיבות• Von Rabb. Dr. Ph. Frankl- Halberstadt. Bis etwa um die Hälfte des 11. Jahrhunderts ist Babylon der Mittelpunkt des Thoralernens gewesen. Dort bestanden bis zum Jahre 1040 die zwei großen מודבתות in Sura und Pumbeditha. Die beiden Schulen hatten im letzten Jahrhundert ihres Bestandes nach vorhergegangener Stagnation wieder einen Auf-