Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 237 (sequence 19)
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237 in engem Zusammenleben mit den Brüdern bei Landnot dem Glauben treu bleiben, als der Unreinheit des Landes (Josua XXII, 29) zu erliegen. (Es ist übrigens diese Stelle ein erneuter Hinweis auf die Lehre der Bibel vom geheimnisvollsten Zusammenhang zwifchen Boden und Menfchen, von Beeinflussung der Menfchen durch Erdstrahlungen: vgl. den Artikel: Reinheit und Unreinheit in Heft 7/8). Gewib hatten die Erbauer dieses Altars die beste Absicht: Einheitszeuge sollte er sein. Bald aber setzte die befürchtete Ent- Wicklung ein. Transjordanien war interesselos gegenüber dem jüdifchen Schicksale geworden, vergebens sandte Debora ihren Ruf um Hilfe, er verhallte unerhört in Transjordanien. Und wenn auch ein Jair aus Transjordanien kurze Zeit Führer des ganzen Volkes sein konnte, so gibt es doch sehr zu denken, dab fchon sein Nachfolger Jiphfach das Wort ״ami' gebrauchen, also davon sprechen konnte, dab Transjordaniens jüdifche Bewohner den Anspruch auf eigenes Volkstum erhoben (R. XII, 2). Selbst als unter dem Scepter eines Königs eine gröbere Zusammenfassung angebahnt fchien, ging Transjordanien seine eigenen Wege, teils mit Glück sogar, wie in der Eroberung des Landes der Hagarener, fchlieblich aber verfchwanden seine Bewohner klanglos aus der jüdifchen Gefchichte. Es waren die ersten, die dem Anstürme Assyriens erlagen, und es ist bezeichnend, dab in Cisjordanien keine Hand für sie sich regte. Mehr als 2J/2 Jahrtausende sind seitdem vergangen, und aufs neue erhebt sich eine transjordanifche Frage. Die weisen Grenzpfahlbestimmer vom Völkerbund haben dieses Ländchen von Palästina gelöst, teils gehört es zu Rabbath Amon, teils zu Syrien. Und wenn Transjordaniens König und Volk etwa, vielleicht aus rein wirifchaftlichen Interessen, sich einer jüdifchen Einwanderung nicht verfchüeben würden, es wäre wieder ein Teil der jüdifchen Gesamtheit, der nicht eines Pfeilfchusses Breite von Palästina entfernt, unter ganz anderen Verhältnissen wohnen und leben würde. Aber der Versuch wäre der Mühe wert. Es wäre einerseits eine Probe aufs Exempel, wie sich das Verhältnis zwifchen Arabern und Juden stellt, wenn sie nicht unter dem Zeichen der Balfour- Deklaration gemeinsam leben. Aber freilich, eines mübte Voraus- Setzung sein, was wir und andere fchon so oft betont haben. In der Alternative Europa oder Orient mübte man dort klipp und klar für den Orient votieren, insbesondere in Bezug auf die Bedürfnislosigkeit der Lebenshaltung. Die Annäherung an die