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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 234

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 234 (sequence 16)
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434 des — Zionismus zu sehen. Weil zwischen dem Nationalismus Rabbiner Hirschs und dem europäischen Nationalismus des Zionismus ein tiefer Abgrund gähnt, und weil es zunächst die soziale Emanzipation war, mit der sich Rabbiner Hirsch auseinanderzusetzen hatte, diese aber vom Standpunkt des Zionismus, und nur von ihm, als ein geschichtlicher Irrtum erscheint, hat man vielfach, selbst in orthodoxen Kreisen, das Verständnis dafür verloren, daß Rabbiner Hirsch nur aus dem mit wahrhaft genialer Kraft wiedergewonnenen unmittelbaren Anschluß an unsere nationale Vergangenheit und unsere nationale Zukunft, ganz und gar also im jüdischen Nationalismus, freilich nicht im zionistischen, wurzelnd, die soziale Emanzipation als den Weckruf Gottes zur aktiven Fortsetzung der jüdischen Geschichte zu durchschauen vermochte, berufen und bestimmt, die herrschende Thora über die Länder schlechthin — תורה עם דרך ארץ — schließlich ins Land der Thora zu bringen. Statt mit dem Zionismus in Rabbiner Hirsch den ״Verherrlicher deutschen Kulturguts“ zu erblicken, sollte die deutsch-jüdische Orthodoxie endlieh lernen, ihm als dem großen Wegweiser des Nationalismus der Thora zu folgen, von der Vorsehung uns gesandt, um mit ihm den Zionismus geistig zu überwinden. Ein sicheres Kennzeichen der Geschichtlichkeit einer Lebensleistung ist ihre geschichtliche Entwicklungsfähigkeit. Die Aufgäbe der sozialen Emanzipation ist noch lange nicht gelöst oder gar überholt. Unvergleichlich ist der Leichtsinn, mit dem der Zionismus sich über die Tatsache hinwegsetzt, daß einstweilen Millionen Juden bei ihren Wirtsvölkern zu verbleiben haben. Die Aufgabe der nationalen Emanzipation, die wir in unserem Zeitalter in Erez Jißroel zu lösen haben, und die Rückwirkung dieser Aufgabe auf die Beziehung der jüdischen Millionen der Golah zu ihren Wirts Völkern, hebt nicht etwa die Aufgabe der sozialen Emanzipation auf, schließt sie vielmehr ganz und gar in sich ein. Und weil eben Rabbiner Hirsch schon zur Lösung der Aufgabe der sozialen Emanzipation in einzigartigem historischem Tiefblick die Totalität des Judentums mobilisierte und in seinem unvergänglichen Kommentar die ideale Einheit von Land, Volk und Thora zur Darstellung brachte, konnte ein Schüler Rabbiner Hirschs, seine ganze Stärke aus den Ideen seines Lehrers schöpfend, seit zwei Jahrzehnten den Nationalismus der Thora fordern und nunmehr eine Bewegung einleiten, deren eigentlicher Sinn die bereits von Rabbiner

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