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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 232

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 232 (sequence 14)
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neu eröffneten Weg zu erproben, der ihre Träger in die mannigfachsten Beziehungen zu den Völkern brachte. Diese Weltgeltung der Thora, ihre huldigende Anerkennung seitens der Völker, ihnen entlockt durch das wahrhaft vorbildliche, Gott öffentlich heiligende Leben ihrer Träger: die Thora selber, die Propheten und fast jede Zeile der Psalmen fordern sie als wesentliche geschichtliche Bestimmung der jüdischen Nation, und nicht etwa Verherrlichung deutschen Kulturguts, und erst nicht assimilatorische Tendenz, sondern geniale Anknüpfung an unsere große nationale Vergangenheit und unsere große nationale Zukunft haben Rabbiner Hirsch den Hellblick verliehen, die Aufgabe der sozialen Emanzipation, richtig gelöst, als die große geschichtliche Wende zum verheißenen Ende des Galuth zu werten. Dies ist die geschichtliche Grundhaltung Rabbiner Hirschs Sie beherrscht seine großen Werke, seine Erziehungsmaximen und seine Erziehungsveranstaltungen, sie beherrscht namentlich seine — ״Politik“. Während seine Gegner in der Frage der Unabhängigkeit der Thoraorganisationen durchaus zeitgebunden waren, betrachtete er sie völlig im Hinblick auf unsere nationale Zukunft. Ihm stand sofort die öffentlich-rechtliche Geltung der Thora auf dem Spiel, und wer sie antastete, galt ihm als ein .מעכב הגאולה Noch führte freilich der im Zeitalter Rabbiner Hirschs, im Zeitalter der sozialen Emanzipation, mitten im Galuth neu eröffnete Weg zunächst nur ins ״Land“ schlechthin, ins Land des jeweiligen Aufenthalts der weltzerstreuten Träger der Thora. Dieser Weg aber, an dessen Ende die leichtfertigen Be jäher der sozialen Emanzipation die Selbstauflösung der jüdischen Nation winken sahen, war für Rabbiner Hirsch in rein historischer Schau, geleitet von seiner Devise, daß die Thora die souveräne Führerin jedes Schrittes ins ״Land“ sein müsse, ganz im Gegenteil die Erprobung nationaler Einfühlungskraft, nationaler Widerstandskraft, nationaler Aufnahmekraft und nationaler Abstoßungskraft, kurz: die Bewährung jenes עז der Thora, den Gott seinem Volke verleihen wollte, um es mit Harmonie zu segnen, jenes עז der Thora, den es im eigenen Lande doppelt nötig haben wird, da keine geistigen Zollschranken es vor den Strömungen der Umwelt zu schützen vermögen, und von dem Impuls der Wirtschaft und dem Impuls des Nationalismus erhöhte Gefahr droht. Ganz gewiß konnte die Thora als Führerin auf dem Wege ins Land des Wirt9volkes nicht die nationale Flagge hissen, denn nicht die

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