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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 225

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 225 (sequence 7)
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225 fleiligthümer mit innigster, lebendigster Liebe nmklammern werden, für die unsere Väter und wir solch jahrhundertlanges Elend, solch jahrhundertlange Schmach erduldet. Denn wahrlich, meine Brüder, was hätten wir errungen, wenn wir nun, wo wir, so Gott will, bald freie Juden sein können, aufhören wollten Juden zu sein!! Mit Gleichgiltigkeit gegen unsere Gotteslehre hätte jeder von uns längst auf kürzerem Wege die gleichberechtigte Stellung auf Erden erkaufen können, und es hätte nicht des jahrhundertlangen Ausharrens, des jahrhundertlangen Duldens aller Schmach und allen Elends bedurft! Das fühlt gewiß ein jeder von Euch, geliebte Brüder, und gewiß täuscht die Hoffnung nicht, daß, sobald wir nur erst das volle Hecht, die volle Freiheit errungen, wir damit zuerst dem gütigen Lenker unserer Geschicke das Opfer unseres Dankes bringen werden, daß wir sodann in einträchtiger, brüderlicher Vereinigung alle unsere Kräfte dahin richten werden, nunmehr ein frischeres, lebendigeres Gemeindeleben in unserm jüdischen Kreise zu weihen, und auf freiem Boden alles Edle und Göttlichmenschliche des Judentums unter uns zu Gott und Menschen erfreuender Keife zu entfalten. Allein, geliebte Brüder, die manchenortes in den jüngsten Tagen gemachten Erfahrungen lassen die Besorgniß nicht ungegründet erscheinen, es dürfte unsere Aufgabe in dieser neuen Zukunft nicht überall und von Allen in solchem Sinne gefaßt und begriffen werden, es dürfte die Zeit der Losgebundenheit und Lockerung des jüdischen religiösen Gemeindeverbandes werden, und den bedauerlichen, schmerzlichen Kuin alles dessen herbeiführen, was uns heilig und hehr, alles dessen, was unsere Stütze und unser Trost in den trüben Zeiten der Nacht gewesen, und das nun in dem Sommerlichte der Freiheit nicht zu Grabe gehen, vielmehr zu erfrischtem erhöhtem Dasein und Leben geführt werden sollte. Noch ist unsere Gleichstellung nicht in Wirklichkeit errungen, kaum ist die Steuerfrage voll gelöst, und schon zeigen sich hie und da in den Gemeinden Schwierigkeiten, die Domestikalbedürfnisse unserer eigenen innern Angelegenheiten wie bisher aufzubringen, schon will Mancher, da ihm die schmachvolle Last exceptioneller Steuern von den Schultern genommen, nun auch die ehrenvolle, gerechte Bürde der Gemeindelasten von sich werfen, und von vielen Seiten sind hierüber bereits dem, von

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