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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 226

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 226 (sequence 8)
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126 Euch, geliebte Brüder, mit der Wahrung Eurer Rechte betrauten Comitü Besorgnisse und Klagen eingelaufen. Das Comite hat, seitdem es mit Eurem Vertrauen beehrt worden, unablässig den Gang unserer großen Angelegenheit verfolgt, und nichts verabsäumt, was nur irgend die Erreichung unseres Zieles fördern, und entgegenstehende Bestrebungen zu vereiteln im Stande war. Seinen zeitgemäßen Schritten ist es auch mindestens zu verdanken, daß nicht wenigstens provisorisch für 1849 noch die Judensteuern zu tragen sind, und auch ferner wird es nichts versäumen, die Sache unseres heiligen Hechtes zum ersehnten vollen Ziele zu führen. Allein es muß zur Lösung dieser seiner Aufgabe ganz vorzüglich auf Euch Alle, meine geliebten Brüder, rechnen, daß nicht, Gott behüte, gedankenloser Unverstand Einzelner unter Euch neue Schwierigkeiten erhebe, und den Feinden unserer Sache willkommenen Grund zur Anklage und Verdächtigung biete. Und eine solche Gefahr droht allerdings, wenn die inneren Angelegenheiten unserer Gemeinden jetzt, an der Schwelle der Freiheit, ja aus Veranlassung dieser Freiheitshoffnung Hader und Zwist, Zerwürfniß und Zerrüttung herbeiführen sollten. Das Comite hat daher mich ersucht, in meiner Eigenschaft als Präses desselben, mehr noch als Oberlandesrabbiner, dessen geringen Kräften Ihr, geliebte Brüder, die noch höhere Sorge für den geistigen Bestand unserer Gemeinden anvertraut, Euch, meine Brüder, auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, und Euer Aller Wohl Euch Alien zusammen und jedem Einzelnen dringend ans Herz zu legen. Höret auf meine Stimme, geliebte Brüder, in dieser ernsten Zeit, und Gott wird mit Heil und Segen Euch erhören! Einigkeit, Einigkeit, Einigkeit ist unsere Kraft; Entzweiung wirft uns zu Boden! Nur mit einigem Sinne werden wir diese ernsten Prüfungs- Zeiten bestehen, und den uns noch bevorstehenden Weg zum ersehnten Ziele glücklich zurücklegen. Wie würden die Feinde unserer gerechten Sache jauchzen, wenn schon der erste dämmernde Freiheitsstrahl Entzweiung in unsere Gemeinden bringen würde! Wie würden sie schadenfroh mit Fingern auf uns weisen: ״Seht, ist dies Volk wohl zur Freiheit reif, kann es anders, als unter Joch und Peitsche erhalten werden?

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