Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 224 (sequence 6)
- Belongs to
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224 lenken, und unsere Vorstellungen und Bitten mit Erhörungen gekrönt werden lassen. Und hat Sein heiliger Wille es anders beschlossen, 80 wollen wir auch dann geduldig ausharren, bis Seine Waltung auch uns zu Freude und Jubel ruft. Nur lasset uns nicht durch eigenen Unverstand unsere Zukunft verscherzen! בשובה ונחת תושעון durch zurückhaltende Bescheidenheit und Buhe allein kann uns geholfen werden. Der Oberlandes-Rabbiner Nikolsburg, 23. März 1848. Hirsch. II. An die Ehrsamen Israelitischen Gemeinden in Mähren. Geliebte Brüder! Der erste Kettenring unserer jahrhundertlangen Schmach ist gebrochen. — Dank dem Vater im Himmel, der uns zu jeder Zeit geführt. Das in der Brust der Völker neuerwachte Rechtsgefühl hat die ersten Früchte des Heiles uns gebracht. Mit an Einstimmigkeit gränzender Stimmenmehrheit haben die Abgeordneten des Volkes in der constituirenden Reichsversammlung die Aufhebung aller Judensteuern ausgesprochen, und froh dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, daß dasselbe Rechtsgefühl nunmehr auch bald alle anderen Fesseln und Schranken brechen werde, mit denen eine irregeleitete Vergangenheit in Wahn und Vorurtheil sich und uns herabgewürdigt; wir dürfen hoffen, die Zeit sei nicht mehr ferne, wo dem Juden auch in unserem schönen Vaterlande voller, gleichberechtigter Theil an allen Pflichten und Rechten gegönnt sein werde, und wir als Menschen unter Menschen, als Bürger unter Bürgern, jedem redlichen und guten Streben gleichberechtigt unsere Kräfte werden zuwenden können. Allein, geliebte Brüder, dieser so sehnsüchtig von uns herbeigewünschte Sieg der Wahrheit über die Lüge, des Rechtes über die Gewalt, des reinen Gottbewußtseins über Vorurtheil und Wahn, wird uns nur dann zu Heil und Segen gereichen, wir werden uns nur dann seiner Wahrheit freuen können, ja wir werden uns nur dann seiner dauernd zu erfreuen haben, wenn wir als Juden aus dem Ringen um diesen Sieg hervorgehen, wenn wir als Juden die Früchte dieses Sieges genießen wollen, wenn wir mit doppeltem Ernst, mit doppelt entschiedener Kraft nun in dieser freiem Zeit die Erhaltung unserer Religion und ihre Heiligthümer, die Vollenduüg aller hehren Aufgaben des Judentums anstreben, und die