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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 223 (sequence 5)
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223 und Einsicht Berufenen wollet Ihr Euer Wort, da wo es Noth thut, und Früchte tragen kann, führen lassen; und sie werden es thun, mit aller Kraft, die die Wahrheit, und aller Entschiedenheit, die das Recht und mit aller Begeisterung, die das Ziel verleihet. Aber auch nur sie lasset Euere Sachen führen, und erwartet den Ausgang mit Zurückhaltung und Geduld. In Gottes Händen liegt unser Geschick, harren wir, wie es Juden ziemt, ruhig seiner Entscheidung. Das haben sich gewiß die Besonnenen unter Euch — und das sind gewiß die Mehrzahl — das haben sich die Besonnenen unter Euch gewiß schon selbst gesagt, und die bedürfen meines Wortes nicht. Aber es könnte auch sein, daß Unbedachtaamere, Unbesonnenere, Unbeständigere, daß vor Allem die leicht die Besonnenheit verlierende Jugend, durch die allgemeine Aufregung hingerissen, sich zu Worten und Handlungen verleiten ließen, die an sich zu tadeln und in ihren Folgen höchst verderblich wären. Sie könnten durch vorwitzige, unverständige Äußerungen, durch unbescheidenes, vorlautes Benehmen, den Unwillen ihrer Landesbrüder reizen; sie könnten durch Veranlassung von Ordnungs- Widrigkeiten und Ungebühr das Mißfallen der hohen Behörden auf sich ziehen — und Ihr wisset ja, wie von jeher die Tadelswürdigkeit des einen Juden so leicht auf alle übertragen worden und das Mißfallen, das einer verdiente, alle büßen mußten. Sehet, da könnten Vorwitz, Unbesonnenheit, Unverstand alles verderben, und dem anzustrebenden Werke unübersteigliche Hindernisse in den Weg legen. Darum beschwöre ich Euch, geliebte Brüder, beschwöre Euch bei Eurem und unser Aller Heil, wachet über Euch und Eure Angehörigen! Nur ein bescheidenes Entgegenkommen wird das Wohlwollen Eurer Landesbrüder Euch gewinnen; nur bescheidene Äußerungen über Eure jetzigen und künftigen Verhältnisse im Vaterlande werden Euere Verständigkeit bekunden; nur bescheidene Ehrerbietung und unverbrüchlicher, unverkürzter Gehorsam gegen alle Eure Vorgesetzten und Obrigkeiten Euer Pflichtgefühl und Euern Ordnungssinn bezeugen und nur auf solche Weise wollet der Zukunft getrost entgegenharren. Hoffen wir zu Gott, daß Seine Boten, die Erkenntniß der Wahrheit und des Rechtes und der Liebe in der Brust der Menschen, auch unserem Heile die Bahn ebnen werden. Nur sie sind Waffen, die dem Juden ziemen. Nur Gott ist sein Panier! So es Sein Wille ist, wird Er das Herz der Fürsten und Völker

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