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Nahalat tsevi · 1934-04-01 · Heft 7-8 (April 1934) · p. Seite 216

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 7-8 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 216 (sequence 54)
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216 vollften Gang. Während auch in den Gruppen des deutfchen Judentums die durch die Umwälzung hervorgerufenen Probleme eine erft beginnende Evolution bedingen, lautet dort das Problem, das die Grundfrage des Judefeins fchlechthin betrifft: ״Welchen Inhalt hat für uns das Judentum?" Vieles, sehr vieles ift in den vergangenen Monaten in Brofchüren, Zeitfehriffen, Büchern über diefe fundamentale Frage gefchrieben worden. Noch ift das Suchen nicht beendet, noch hat niemand eine befriedigende Antwort jenen entwurzelten ״Juden am Rande" zu geben gewußt. Es find noch immer Zahllofe, die mit der Patentlöfung des Zionismus nichts anzufangen wiffen und darum nach einer anderweitigen Löfung Ausfchau halten, die fie ehrlich herbeifehnen. Es kann uns keineswegs gleichgültig laffen, wie diefe Antwort wohl ausfehen wird. Für uns, die wir täglich der Überwindung der Gottlofen und die himmlifche Förderung der religiöfen Kräfte herbeiflehen, muß es vom höchsten Intereffe fein, ob der Zusammenbruch einer irregeleiteten jüdifchen Kultur nunmehr auch außerhalb unteres engeren Kreifes zum Erwachen eines wahrhafteren jüdifchen Geiftes führen wird und damit zum Anbruch eines religiöfen Fortfehrittes oder nicht. Darum fei es uns geftattet, ein Wort in diefen Meinungsftreit zu werfen. Wir knüpfen es an die beiden von Rabbiner Dr. Max Wiener herausgegebenen Schriften: ״Jüdifche Religion im Zeitalter der Emanzipation" und ״Religion in diefer Zeit". (Philo-Verlag, Berlin, 1933 u. 34). Diefe Schriften, die lieh gegenteilig ergänzen, verdienen darum unfere Beachtung, weil fie in durdiaus pofitivem Sinn gefchrieben find. Der Verfaffer Schildert im erften Buch mit Ernfi, Sachlichkeit und Objektivität die heftigen Kämpfe um die jüdifche Religion während des vergangenen Jahrhunderts, in einer Periode, die das Erlebnis unterer Tage als abgefchloffen erkennen läßt. Im zweiten Buch ift er bemüht, die religiöfe Grundhaltung für die Gegenwart neu aufzurichten. Das erfte Buch, das die Vergangenheit befchreibi, ift indeffen mehr als bloße Gefchichtsfchreibung. Es nimmt Stellung zu dem Gefchehenen und zeigt überall, wie unbegründet, wie ausfichtslos wie Stümperhaft das Bemühen um die Niederreißung der religionsgefetzlichen Schranken war, das in der vergangenen Epoche das wichtigfte Anliegen der religiöfen Erneuerer gewefen ift. Die Orthodoxie und ihr Wortführer, S. R. Hirfch, finden im allge-

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