Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 7-8 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 192 (sequence 30)
- Belongs to
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m welche als Voraussetzung des Betretens des Heiligtums gilt, auch des Heiligtum fchaffenden Lebens. Gehen wir noch einen Schritt weiter, so kommen wir zu einer der aktuellsten Fragen der Gegenwart. Wie bereits oben erwähnt, wurde die Herrfchaft Ober die Erde und damit auch die über den Tod siegende Meisterfchaft des Lebens gebunden an die Weisung, Stoffe zu meiden, welche die Körperseeleneinheit (Nefefch) des Thoramenfchen stören wurden. Dab unmebbare, mit unseren Sinnen nicht wahrnehmbare Wellen der Erde und der Gestirne den Menfchen beeinflussen, ist heute Gemeingut tieffchürfender Erkenntnisse und Wahrnehmungen, so tief, so fein, so zart, dab demgegenüber selbst die radioaktiven Wellen und Wellenwirkungen als grobsinnliche Erfcheinungen gelten könnten. Nun sind die Menfchen, wie man weib, differenziert nach stärkerer oder minder starker Empfänglichkeit für diese Wellen. Es lehrt aber die Thora selbst, dab für die Entfaltung der in der Erde geborgenen Kräfte hemmende ״verunreinigende" Wellen auch vom Menfchen ausgehen (man braucht hierbei nicht nur an die Reichenbachfchen Oddwellen zu denken), und dab die Erde gleichfalls in ihrer Empfänglichkeit für diese Strahlungen differenziert ist. Und so gipfeln all diese Normen von Reinheit und Unreinheit in der Darstellung des Verhältnisses des Menfchen (nicht nur des jüdifchen Menfchen) zum Boden des heiligen Landes. Denn auch von dem Leben der kanaanitifchen Bevölkerung wird gesagt ותטמא הארץ, das Land ward unrein. So weit erstreckt sich also die Beeinflussung durch den Menfchen, dab er sogar in die Erde die Unreinheit pflanzen kann. Wenn fchon diese Nachtseite mit Schauern vor der unheimlichen Wirkungsgröbe des Menfchen erfüllt, wie unbefchreiblich grob mübte da die beglückende Ehrfurcht sein, wenn man bedenkt, welche unendlich grobe Reinheit dem Menfchen zuerkannt ist, da ihm die Möglichkeit eröffnet ist, den Boden zu ״erlösen". Das ist der letzte, vielleicht der einzige Sinn des Jifchuw haarez. Das ist die grobe Symphonie der Geulath haarez. Wir wissen, wir predigen vielen tauben Ohren, aber jedem Palästinawanderer sollte diese Erkenntnis ins Stammbuch gefchrieben werden. Das ist auch der Sinn der Äuberung des in den Tosaphoih (Ketuboth) zitierten Rabbenu Chaim. Reine Menfchen auf reinem Boden. Der Menfcfa, gehoben durch den ersten Schritt, den er auf diesen Boden setzt, der Boden, erlöst in Reinheit durch die Menfchen, die seine Scholle pflügend furchen. P. K.