Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 7-8 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 182 (sequence 20)
- Belongs to
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IM und beherzt mitten in das Leben hineinstellen nnd zeigen, wie das thoratreue jüdische Leben aussieht, wie die Thora aussieht, wenn sie nicht nur im Beth-Hamidrasch gelehrt und gelernt, sondern wenn sie auch im Leben geübt wird. Und was besagen denn die 250.000 jüdischen Menschen gegenüber den Millionen des gesamten jüdischen Volkes? Es ist ja doch alles erst ein Anfang! Für den Anfang ist es freilich spät, aber selbst für den Anfang ist es noch nicht zu spät. Auf Millionen schätze ich immer noch die thoratreuen Glieder des jüdischen Volkes. Diese Millionen sind von uns nur bis jetzt noch nicht erfaßt, sind von uns bis jetzt noch nicht geweckt. Unermeßlich könnten die psychischen und auch die materiellen, jawohl die materiellen Kräfte sein, die aus diesem Reservoir von Millionen thoratreuer Juden der Gola auch heute noch zu schöpfen wären, wenn diese Millionen die Botschaft von uns hören werden : Horchet auf in all’ Eurem Leid, in all* Eurer Qual, dort in Zion und Jeruscholajim ist Morgenrot; und Eure Not und Eure Qual ist vielleicht nur der Abglanz jenes Morgenrotes in Zion und Jeruscholajim! Denn vielleicht ist der Weg, wie die נדחי ישראל gesammelt werden sollen, ein Weg der Not und ein Weg der Qual. — — Wenn unser Ruf bis in die letzten jüdischen Häuser gelangen würde, aufzuklären den Sinn der Not, aufzuklären den Sinn des Leides, Hoffnung, Hoffnung, konkrete Hoffnung auf den כנה ירשלים in die jüdischen Herzen zu säen und zu streuen, unter der Leitung der גדלי תורה sie zu erfüllen mit doppelter יראה, sie zu erfüllen mit doppelter אהבת התורה, wer möchte dann noch an unserem Volke zweifeln! Kein Prophet ersteht uns heute und kein Seher, wir ahnen nur das verheißene Ziel, wir glauben die Zeitentwic&lung richtig zu sehen, die Hoffnung an sie mit Fug zu knüpfen: aber man frage nicht, wie lange, ob Jahrzehnte oder — Jahrhunderte. Nur eines aber tue man: man aktualisiere diese Hoffnung, und man lasse diese Hoffnung einmünden in die entschlossene heroische Tat. Davon hängt alles ab. Von dieser psychischen Umstellung des thoratreuen jüdischen Volkes könnten wir uns auch das versprechen, wonach wir in diesem letzten Jahre immer wieder uns gesehnt haben: eine Erneuerung des gesamten religiösen Lebens, dessen wir alle so dringend bedürfen. Denn wahrlich, wenn wirklich hier das Wirken des בנה ירשלים vorliegt, der —■ נדחי ישראל יכנס — die Verstoßenen Israels, auch die, die sich selbst verstoßen haben, durch Taufe und Abfall, sammelt und zwangsweise herbeiholt, dann