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Nahalat tsevi · 1934-04-01 · Heft 7-8 (April 1934) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 7-8 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 175 (sequence 13)
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175 Zionismus haben immer wieder Menschen hingestrebt, die längst vorher dem Gotte Israels die Treue gebrochen hatten. Ich stehe hier vor einem vollendeten Wunder, wenn ich mir sage: wer kam denn all’ die Jahre in das Land, und wie jüdisch sieht das Land aus, trotz der Menschen, die bingekommen sind. Der Versuch, das jüdische Volk von der Thauro zu trennen, hat sich als ein unnatürlicher Versuch erwiesen. Man kann das jüdische Volk nicht von der Thauro trennen, das beweist eine Stadt wie Tei-Aviv. Man kann es nicht so leicht und einfach von der Thauro trennen. Überall sehe ich in diesem Lande, vor allem auch in Tel Aviv, wie das jüdische Herz, wie die jüdische Seele danach trachtet, die verloren gegangene Beziehung zur Thauro oder die ins Wanken geratene Beziehung zur Thauro wieder aufzunehmen, sie zu stärken und zu verinnerlichen. Wem! Sie einmal an einem Freitag nachmittag in Tel-Aviv sind — man hat Ihnen gesagt, es gibt dort in unserem Lande leider keinen Sehabbos und dennoch ist selbst in einer solchen Stadt wie Tel-Aviv unerhört groß und unerhört stark die Kraft des Sehabbos. Wenn eine christliche Dame gesagt hat, jeden Freitag nachmittag, wenn es zu Sehabbos geht, habe sie einen Eindruck, wie in Deutschland mir an einem einzigen Tage im Jahr, nur wie am Vorabend zu Weihnachten, so muß ich sagen, es ist der Eindiuck, den jeder hat, der nicht von vornherein entschlossen ist, dort nur das Böse und das Schlechte zu sehen. Ich kann hier Zeugnis davon ablegen, daß gerade die Art, wie der Sehabbos dort seineu Einzug hält, den denkbar tiefsten Eindruck auf mich gemacht hat. Gerade weil ich wußte, welcher Herkunft diese Stadt ist, darum sah ich immer wieder diese tief eingewurzelte Treue des jüdischen Volkes, und wenn ich am Freitag Abend in der ungeheuer grossen Synagoge dort sah, wie sie dicht gestopft war mit jüdischen Menschen, die Türen der Synagoge offen bis zur Strasse, dass man fast glaubte, da drausseu dränge das Leben hinein in die Synagoge, und wenn ich mich dann umsah und bemerkte, nicht die Alten sind es, die die Synagoge füllen, sondern der grössere Teil junge jüdische Menschen, Arbeiter, die, von einem inneren Drange getrieben, dorthin kommen, obwohl sie Caf6-Häuser hätten füllen können, so muss ich mir immer wieder sagen, wie unendlich gross und stark ist doch das Band der Thora, das sich im Laufe der Jahrhunderte um unser Volk geschlungen hat, und wie unendlich gross und gewaltig ist unsere Verantwortung, wenn wir diesen kämpfenden und ringenden Menschen, die heute zerrissen werden zwischen Revisionismus und Sozialismus, wenn

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