Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 5-6 (Februar 1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 140 (sequence 30)
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140 erobern verftand, alfo daß es, über Sinnlichkeit und Meta-Verirrung hinweg, als Gauj-kodaufch in triumphalem Auffchwung der Höhe des Mamlecheß-Kauhanim zuftrebte und (ich würdig machte, Gottkönigs «ewiges Haus" zu bauen. Und wahrlich, gegen das blendende Licht (o heilighoher Volksbewegung kann das traurige Dunkel des fchnellen Verfalles und des fchließlichen Mißerfolges nicht als häßliche Schwärze erfcheinen. Es war die Kataftrophe eines trotz allem unvergleichlich großen Volkes. - שחורה אני ונאוה Immerhin, die Zeit des Mamlecheß-Kauhanim war noch nicht gekommen. Das Königtum kränkelte und verfiel unaufhaltfam trotz einzelner Höhepunkte wie befonders König Chiskijo’s Zeit die — natürlich durch hervorragende K’hunno-Bewährung in Chaßiduß und P’rifchuß20 — faft des Mofchiach würdig war21• Die hinterhältige Verfrühtheit war gefchehen. Durch ihre Schuld verlief die jüdifche Königsgefchichte von ihrem Anfang an in fchwankender Kurve immer unterhalb der Normallinie eines mit Gottkönigs Recht im Arm unbeirrbar über dem ganzen Volk flehenden «König über dir" bis hinab zum tiefften Grad eines den niedrigften Intereffen leiblichen Volkstums verfallenen «König für uns״. Das Ende war Chorbon, der Untergang des Staates. (Wird fortgesetzt.) 130 Jahre Philantropin. Vod Dr. Salomon Ehrmann. Ein Symptom des Zeitgeschehens und der dadurch erzeugten Ratlosigkeit im Lager der liberalen Judenheit bezüglich ihrer Ein- Stellung zu den jüdischen Kulturproblemen bedeutet das soeben herausgeKommene Merkblatt der einzigen deutsch-jüdischen liberalen höheren Lehranstalt, des Frankfurter Philantropins, anläßlich der 130 jährigen Wiederkehr seiner Gründung. Als diese Anstalt vor 130 Jahren gegründet wurde, hat ihr erster Religionslehrer Johl so hn in seinem ״Lehrbuch der jüdischen Religion“ die Grundgedanken entwickelt, welche für jüdische Kindererziehung leitend sein sollten. Er schreibt wörtlich, daß außerhalb der Bibel weder der Talmud noch sonst irgend ein Buch, mehr Kraft und Autorität haben könne, als die jedesmalige geistige Behörde ihr zu geben den Umständen angemessen finde, man 10 Ssanh. 94 b. 11 dort a.