Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 5-6 (Februar 1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 136 (sequence 26)
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156 Erfahrungsnähe der Gotteswaltung In dem rafchen, augenfehein־ liehen, ordnenden Eingreifen Gottes in das Volksleben erwies fich mehr als in allem anderen die intime Anwefenheit feiner Sch’chino. Diefe Gottheit, fie ״ordnet״ nach Recht und Würdigkeft, שדת הדין. Sie ift ה׳, der Eine, der König der Welt, der - fürwahr einzig und unvergleichlich! - feine Untertanen in unendlicher Liebe felber trägt und umforgt, מדת הרחמים. Gottkönig refidierte inmitten feines Volkes. In Gottes Staat beherrfcht fein Recht das Leben. Erft Recht, dann Leben. Leben und Ausftattung find nur für das Recht. So feft, wie das Recht im Volke fteht, fo feft fleht das Volk in Leben und Ausftattung. Darum werden die treueften Amtswalter des Gottesiechtes die beften Sachwalter des Volkstums, auch des leiblichen, fein und den lntereffen des Volkes an Leben und Ausftattung am beften dienen können. Ein irdifcher König, die wirtfchaftspolitifche Spitze des Goitesftaatsvolkes, hätte nicht Setzer eigenen, fondern nur Volksftrecker göttlichen Rechtes zu fein. Um Gebrechen des leiblichen Volkstums zu heilen, beftellt Gott Schauftim, Walter feines Rechts1. Dagegen fiemmt fich die Aniiihefe der rebellifchen Sinnlichkeit: Nein, das Recht wird beflimmt vom Leben, das heißt, von den Belangen des leiblichen Volkstums! Daher forderten die Sprecher des Volkes eine wirtfchaftspolitifche Spitze, die ״wie bei allen Völkern" gleichzeitig oberfte Rechtsinftanz fein foll2, שימה לנו מלך .לשפטנו ככל הגויים ״Wie bei allen Völkern" - Gott felber hatte es ihnen fo zugefagt3, diefes Wort nahm ihnen Sch’mueil auch nicht übel4. Aber was hatten fie daraus gemacht! Statt des in der Tauro wiederholt betonten5 ״König über dir", womit dem von Gott erwählten König das Amt einer höchften Refpektsperfon verliehen wurde, forderten fie gefliffentlich einen tüchtigen Vertreter ihrer lntereffen6, einen ״König für uns". Nichts ift bezeichnender, als daß Ge diefen Ausdruck nicht mehr wiederholten, nachdem fie fich ertappt und durchfchaut Iahen. Mit einem Wort deckt Sch’mueil ihre wahre Gefinnung auf. Ihr שימה ift Schwindel, fie 1 Schauf. 2, ״. * Sch’m. 18,». »V 17, ״. 4 Sch’m. 1 8,6. 8 V 17,14!; 28,86; 1,7 Ssifrei; s. a. Jaumo 22b ממני שמחל ע*כ und Sch’m. I 15,24. 8 Sch’m. I 8,5,6,1t•